Einzelnachweise und Anmerkungen

Ackendorf

 

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Nachfolgender Text gibt die Ergebnisse der Recherchen und Aufzeichnungen der Verfasser des Projektes „Mittelalterliche Wandmalerei in der Börde“ von 2020 wieder.
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Vergleiche Roessle, Jochen: Romanische Dorfkirchen des Magdeburger Landes. Untersuchungen einer Bauform des 12. und 13. Jahrhunderts, Diss.-phil., Bonn 2006, Katalogteil Nr. 1  S. 131: Der Autor vermutet hier einen möglichweise hölzernen Vorgängerbau zum Kirchenschiff.
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Nachfolgender Text gibt die Ergebnisse der Recherchen und Aufzeichnungen der Verfasser des Projektes „Mittelalterliche Wandmalerei in der Börde“ von 2020 wieder.
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Vergleiche Roessle, Jochen: Romanische Dorfkirchen des Magdeburger Landes. Untersuchungen einer Bauform des 12. und 13. Jahrhunderts, Diss.-phil., Bonn 2006, Katalogteil Nr. 1  S. 131.
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Vergleiche Roessle, Jochen: Romanische Dorfkirchen des Magdeburger Landes. Untersuchungen einer Bauform des 12. und 13. Jahrhunderts, Diss.-phil., Bonn 2006, Katalogteil Nr. 1  S. 131.
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Vergleiche Roessle, Jochen: Romanische Dorfkirchen des Magdeburger Landes. Untersuchungen einer Bauform des 12. und 13. Jahrhunderts, Diss.-phil., Bonn 2006, Katalogteil Nr. 1  S. 131; Vergleiche Dehio, Georg, Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Sachsen-Anhalt I. Regierungsbezirk Magdeburg, bearb. v. Ute Bednarz, Folkhard Cremer u.a., München-Berlin 2002, S. 2 und vergleiche Institut für Denkmalpflege Halle (Saale): Die Kunstdenkmale im Bezirk Magdeburg, Institut für Denkmalpflege Halle (Saale) (Hrsg.), Die Kunstdenkmale des Kreises Haldensleben, Leipzig 1961, S. 95ff.
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Vergleiche zu Weihekreuze: Institut für Denkmalpflege Halle (Saale): Die Kunstdenkmale im Bezirk Magdeburg, Institut für Denkmalpflege Halle (Saale) (Hrsg.), Die Kunstdenkmale des Kreises Haldensleben, Leipzig 1961, S. 95: um 1480; vergleiche zu figürlicher Wandmalerei: Roessle, Jochen: Romanische Dorfkirchen des Magdeburger Landes. Untersuchungen einer Bauform des 12. und 13. Jahrhunderts, Diss.-phil., Bonn 2006, S. 133f. sowie vergleiche Dehio, Georg, Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Sachsen-Anhalt I. Regierungsbezirk Magdeburg, bearb. v. Ute Bednarz, Folkhard Cremer u.a., München-Berlin 2002, S. 2: spätgotisch.
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Die Autorin bezieht sich hierbei auf die Darstellung dieser Figur in einem Aquarell der freigelegten Wandmalerei von Dr. Gisela Weyde, fotografische Reproduktion im Bestand der Kirchengemeinde Ackendorf, 1928: Innerhalb der Wandmalerei sind nur noch die Zangenschenkel erhalten; gemäß dem Band Institut für Denkmalpflege Halle (Saale): Die Kunstdenkmale im Bezirk Magdeburg, Institut für Denkmalpflege Halle (Saale) (Hrsg.), Die Kunstdenkmale des Kreises Haldensleben, Leipzig 1961, S. 96: Es soll es sich evtl. um Dorothea handeln, aber das Attribut Zange spricht dagegen.
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Die Autorin bezieht sich hierbei auf die Darstellung dieser Figur in einem Aquarell der freigelegten Wandmalerei von Dr. Gisela Weyde, fotografische Reproduktion im Bestand der Kirchengemeinde Ackendorf, 1928 und Institut für Denkmalpflege Halle (Saale): Die Kunstdenkmale im Bezirk Magdeburg, Institut für Denkmalpflege Halle (Saale) (Hrsg.), Die Kunstdenkmale des Kreises Haldensleben, Leipzig 1961, S. 96: Dort als Barbara bezeichnet.
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Die Autorin bezieht sich hierbei auf die Darstellung dieser Figur in einem Aquarell der freigelegten Wandmalerei von Dr. Gisela Weyde, fotografische Reproduktion im Bestand der Kirchengemeinde Ackendorf, 1928; Vergleiche Institut für Denkmalpflege Halle (Saale): Die Kunstdenkmale im Bezirk Magdeburg, Institut für Denkmalpflege Halle (Saale) (Hrsg.), Die Kunstdenkmale des Kreises Haldensleben, Leipzig 1961, S. 97 und Archiv LDA, Fotos 1935.
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Es konnten keine Hinweise für Rillen, Ritzungen oder Anzeichen zur Verwendung von Pausen belegt werden. Dies wurde auch von der bearbeitenden Dipl.-Rest. Stephanie Fischer 2019 bestätigt.
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Sauer, Dietmar: Restauratorisches Gutachten zum Erhaltungszustand der Architekturoberflächen und Ausstattungsstücke der Kirche Ackendorf, Magdeburg Juni/September 1993, als Kopie in: Altaktenbestand (AA) im Archiv des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Halle (Saale), Akten-Nr. OABKD-ID7; außerdem Vermerke im Altaktenbestand (AA) im Archiv des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Halle (Saale), Akten-Nr. OABKD-ID7, sowie Fotos von 1928 (Mannewitz) und 1935 im Fotoarchiv sowie in der Mediathek, Nr. 31070-31072.
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Fritz Mannewitz (1902–1962), Kirchenmaler, Restaurator und bildender Künstler, war seit Mitte der 1920er Jahre in der Kirchenprovinz Sachsen im Rahmen von Restaurierungen und auch qualitätsvollen Neugestaltungen zahlreicher Kirchenräume tätig.
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Dr. Gisela Leweke-Weyde (1894–1984), Kunsthistorikerin, Malerin und Restauratorin.
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Fischer, Stephanie: Dorfkirche Ackendorf. Wandmalereien. 39343 Ackendorf (Ldkr. Haldensleben). Untersuchungsbericht, Schildow 2000c.

 

Gersdorf

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Nachfolgender Text gibt die Ergebnisse der Recherchen und Aufzeichnungen der Verfasser des Projektes „Mittelalterliche Wandmalerei in der Börde“ von 2020 wieder. Vergleiche auch Dehio, Georg: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler. Sachsen-Anhalt I Regierungsbezirk Magdeburg; bearbeitet von Ute Bednarz, Folkhard Cremer, Berlin 2002, S.266.
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Nachfolgender Text gibt die Ergebnisse der Recherchen und Aufzeichnungen der Verfasser des Projektes „Mittelalterliche Wandmalerei in der Börde“ von 2020 wieder. Quelle: Langer, Thomas: Gersdorf. Dorfkirche St. Bartholomäus. Landkreis Börde. Bauhistorische Untersuchung. Zusammenfassender Bericht. Stand Juli 2019, archiviert im Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Find-Nr. 12876, Bad Belzig 2019, S. 15ff. Vergleiche auch Dehio, Georg: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler. Sachsen-Anhalt I Regierungsbezirk Magdeburg; bearbeitet von Ute Bednarz, Folkhard Cremer, Berlin 2002, S.266.
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Zur dendrochronologischen Datierung (d) der barocken Bauphasen: Langer, Thomas: Gersdorf. Dorfkirche St. Bartholomäus. Landkreis Börde. Bauhistorische Untersuchung. Zusammenfassender Bericht. Stand Juli 2019, archiviert im Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Find-Nr. 12876, Bad Belzig 2019, S. 13f, gemäß Gutachten verfasst am 29.11.2018 von Dr. B. Heußner, Petershagen.
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Drott, Udo: Ohrekreis. 39326 Gersdorf: Dorfkirche. Dokumentation der restauratorischen Befunderhebung an der Fassade und im Innenraum, Gutachten, Bad Belzig 2018.
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Drott, Udo: Ohrekreis. 39326 Gersdorf: Dorfkirche. Dokumentation der restauratorischen Befunderhebung an der Fassade und im Innenraum, Gutachten, Bad Belzig 2018.
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Vergleiche Drott, Udo: Ohrekreis. 39326 Gersdorf: Dorfkirche. Dokumentation der restauratorischen Befunderhebung an der Fassade und im Innenraum, Gutachten, Bad Belzig 2018, S. 10f. und S.104-106. Auch Drott vermutet hier die Darstellung einer Distel.
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Vergleiche Drott, Udo: Ohrekreis. 39326 Gersdorf: Dorfkirche. Dokumentation der restauratorischen Befunderhebung an der Fassade und im Innenraum, Gutachten, Bad Belzig 2018, S. 107-117.
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Drott, Udo: Ohrekreis. 39326 Gersdorf: Dorfkirche. Dokumentation der restauratorischen Befunderhebung an der Fassade und im Innenraum, Gutachten, Bad Belzig 2018.
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Drott, Udo: Ohrekreis. 39326 Gersdorf: Dorfkirche. Dokumentation der restauratorischen Befunderhebung an der Fassade und im Innenraum, Gutachten, Bad Belzig 2018.
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Langer, Thomas: Gersdorf. Dorfkirche St. Bartholomäus. Landkreis Börde. Bauhistorische Untersuchung. Zusammenfassender Bericht. Stand Juli 2019, archiviert im Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Find-Nr. 12876, Bad Belzig 2019.

 

Gröningen

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Nachfolgender Text gibt die Ergebnisse der Recherchen und Aufzeichnungen der Verfasser des Projektes „Mittelalterliche Wandmalerei in der Börde“ von 2020 wieder.
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Vergleiche Marx, Petra: Die Stuck-Emporenbrüstung aus Kloster Gröningen. Ein sächsisches Bildwerk des 12. Jahrhunderts und sein Kontext, Berlin 2006, S. 316ff. sowie vergleiche Leopold, Otto: Geschichtliches und Kunstgeschichtliches zur Kirche von Kloster Gröningen, maschinenschriftliches Manuskript in: Archiv des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Altakte Nr. 1048/2, S. 12ff.
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Vergleiche Dehio , Georg: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler. Sachsen-Anhalt I. Regierungsbezirk Magdeburg, bearb. v. Ute Bednarz, Folkhard Cremer, Berlin 2002, S. 486-488;

vergleiche Marx, Petra: Die Stuck-Emporenbrüstung aus Kloster Gröningen. Ein sächsisches Bildwerk des 12. Jahrhunderts und sein Kontext, Berlin 2006, S. 294ff.; Vergleiche Schmitt, Reinhard: Klausuren mittelalterlicher Klöster und Stifte im Umkreis des Harzes. Forschungsstand und neue Ergebnisse; in: Kunst, Kultur und Geschichte im Harz und Harzvorland um 1200, Halle (Saale) 2008, S. 149; vergleiche Rüber-Schütte, Elisabeth; Schmitt, Reinhard: Gröningen – Reste der romanischen Klausur im Kloster; in: Denkmalpflege in Sachsen-Anhalt, Band 5/1997, Peterberg 1997, S. 170-171 sowie vergleiche die  Ergebnisse der Recherchen und Aufzeichnungen der Verfasser des Projektes „Mittelalterliche Wandmalerei in der Börde“ von 2020.

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Vergleiche Verein zur Erhaltung der Denkmäler in der Provinz Sachsen: Jahrbuch der Denkmalpflege in der Provinz Sachsen für 1897, Quedlinburg 1898, S. 33 und 70; Vergleiche Verein zur Erhaltung der Denkmäler in der Provinz Sachsen: Jahrbuch der Denkmalpflege in der Provinz Sachsen für 1900, S. 30; Vergleiche Verein zur Erhaltung der Denkmäler in der Provinz Sachsen: Jahrbuch der Denkmalpflege in der Provinz Sachsen für 1901, S. 20.
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Siehe dazu Nahrwold, Regine: St. Vitus Klostergröningen (Große Baudenkmäler Heft 444), München-Berlin, 3. überarbeitete Auflage 1998, S. 6: Westempore Ende 12. Jahrhundert; Nickel, Heinrich L.: Wandmalerei des Hochfeudalismus von europäisch-byzantinischem Spannungsfeld (12. und 13. Jahrhundert), Halle/Saale 1983, darin Nickel, Heinrich L.: Zu einigen Fragen der sächsischen Wandmalerei im 12. und in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts, S. 47-72, darin S. 58: im Ausdruck „staufisch“ mit Kenntnis italienischer Formgestaltung; Marx, Petra: Die Stuck-Emporenbrüstung aus Kloster Gröningen. Ein sächsisches Bildwerk des 12. Jahrhunderts und sein Kontext, Berlin 2006, S. 259 und 292: um 1150/60 bzw. um die Mitte des 12. Jahrhunderts; Foerster, Thomas: Bildprogramme hochmittelalterlicher Wandmalereien. Die bildlichen Argumentationsstrategien in Hildesheim, Quedlinburg und Kloster Gröningen (Palmbaum Texte. Kulturgeschichte Band 30), Jena 2011, darin besonders S. 51-130 und 339-391, Datierung des Emporenbaus um 1150/60 (S. 342).
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Vergleiche Nickel, Heinrich L.: Mittelalterliche Wandmalerei in der DDR. In Zusammenarbeit mit Gerd Baier, Gerhard Femmel und Karl-Max Kober, Leipzig 1979. S. 250.
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Es handelt sich um eine geläufige dreiteilige Zonierung. Zuoberst das Gerichtskollegium, darunter die Trennung der Seligen und Verdammten und zuunterst der Bereich der auferstehenden Toten. S. dazu Marx, Petra: Die Stuck-Emporenbrüstung aus Kloster Gröningen. Ein sächsisches Bildwerk des 12. Jahrhunderts und sein Kontext, Berlin 2006, 122-126.
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Marx, Petra: Die Stuck-Emporenbrüstung aus Kloster Gröningen. Ein sächsisches Bildwerk des 12. Jahrhunderts und sein Kontext, Berlin 2006, S. 128, und Foerster, Thomas: Bildprogramme hochmittelalterlicher Wandmalereien. Die bildlichen Argumentationsstrategien in Hildesheim, Quedlinburg und Kloster Gröningen (Palmbaum Texte. Kulturgeschichte Band 30), Jena 2011, S. 121, vermuten hierin evtl. den Rest der das Paradies einfassenden Architektur bzw. einen Teil der Paradiespforte, Foerster auch eine reine Scheinarchitektur.
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Der Scheitel des Tonnengewölbes wird dabei durch ein dreifarbiges Mäanderband in eine östliche und westliche Gewölbehälfte aufgeteilt, die sich aus je drei Bildpaaren zusammensetzen. Jedes einzelne Bild wird dabei von einer roten Rahmenlinie umfasst. Zwischen der oberen und unteren Bilderreihe ist als Beschriftung eine lateinische Inschrift eingefügt. Als vertikale Gliederungen dienen zusätzlich eingeschobene grüne Blattgirlanden.
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Siehe dazu Foerster, Thomas: Bildprogramme hochmittelalterlicher Wandmalereien. Die bildlichen Argumentationsstrategien in Hildesheim, Quedlinburg und Kloster Gröningen (Palmbaum Texte. Kulturgeschichte Band 30), Jena 2011, S. 13-20. Er merkt an, dass im 12. Jahrhundert typologische Betrachtungsweisen sowohl in der Liturgie als auch in nahezu allen Kunstgattungen ihre Hochblüte erlebten. Auch Marx, Petra: Die Stuck-Emporenbrüstung aus Kloster Gröningen. Ein sächsisches Bildwerk des 12. Jahrhunderts und sein Kontext, Berlin 2006, S. 214-222.
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Besonders Foerster, Thomas: Bildprogramme hochmittelalterlicher Wandmalereien. Die bildlichen Argumentationsstrategien in Hildesheim, Quedlinburg und Kloster Gröningen (Palmbaum Texte. Kulturgeschichte Band 30), Jena 2011, besonders S. 51-54, stellt ausführlich heraus, dass die einzelnen Bildfelder nicht nur in vertikaler Hinsicht (oben neutestamentlicher Antitypus, unten alttestamentlicher Typus) sowie für die neutestamentlichen Darstellungen in einer chronologischen Reihenfolge im Uhrzeigersinn in Beziehung zueinander stehen. So verweist er auch auf Szenen mit ähnlichen Detailformen (zu einzelnen Bildgruppen siehe S. 73-77, 82-84, 95-98, 105-109, 115-118), aber auch auf jahreszeitlich bedingte Einflüsse durch den Lichteinfall durch die westlichen Fenster (S. 358-362). Diese übergreifenden Zusammenhänge sprechen dafür, dass der Auftraggeber, der das Bildprogramm vorgab, einem gebildeten Stand angehörte.
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Auch wenn es wie ein Brustbild wirkt, war Andreas – wie auch die anderen Einzelpersonen – ursprünglich ganzfigurig dargestellt. Die erhaltenen Abbildungen der Nordwand sind zudem mit variierend gemalten Rahmen eingefasst.
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Zwei erhaltene Aposteldarstellungen könnten für einen Apostelzyklus sprechen, wie er häufig im Kircheninneren angebracht ist (siehe auch Weihekreuz).
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Die nur noch schlecht erhaltene Darstellung eines Teufels inmitten eines Langhauses ist sehr ungewöhnlich und lässt sich derzeit nicht näher deuten.
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Die von der Wandmalerei heute getrennt und museal aufgestellten Stuckreliefs gehören zu den wichtigsten Plastiken des 12. Jahrhunderts im deutschsprachigen Kulturraum. Siehe dazu Marx, Petra: Die Stuck-Emporenbrüstung aus Kloster Gröningen. Ein sächsisches Bildwerk des 12. Jahrhunderts und sein Kontext, Berlin 2006, S. 13-56. Mit seinen sichtbaren Wundmalen und dabei ausgebreiteten Armen verweist der thronende Christus auf seinen für alle am Kreuz erlittenen Opfertod (S. 181f).
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Anders als in der bildüberfluteten Gegenwart darf man die Wirkung eines so monumentalen Wandgemäldes nicht unterschätzen. Drastische Höllendarstellungen, aber auch das hoffungsvolle Motiv der Seligen hinterlässt im mittelalterlich geprägten Menschen einen starken Eindruck und prägen sein persönliches Verhalten. Da Personen aller Stände unter den Verdammten erscheinen, kann das als Mahnung verstanden werden. Gleichzeitig eröffnet der Opfertod Christi dem Gläubigen die Möglichkeit der Höllenverdammnis durch ein gottgefälliges Leben zu entkommen und nach dem Tode ins Paradies zu gelangen.
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Was einzelne Motive und Darstellungen betrifft, hat Thomas Foerster durchaus Vergleichbares finden können, wenn auch eher nicht in der Wandmalerei. Heranzuziehen sind hier neben Buchmalereien auch Reliefschnitzereien aus Walrosszahn, metallene Tragaltäre u.a. Siehe dazu Foerster, Thomas: Bildprogramme hochmittelalterlicher Wandmalereien. Die bildlichen Argumentationsstrategien in Hildesheim, Quedlinburg und Kloster Gröningen (Palmbaum Texte. Kulturgeschichte Band 30), Jena 2011; auch Marx, Petra: Die Stuck-Emporenbrüstung aus Kloster Gröningen. Ein sächsisches Bildwerk des 12. Jahrhunderts und sein Kontext, Berlin 2006, S. 348f. Dass sich hier keine vergleichbaren Wandmalereien finden lassen, dürfte der mangelnden Erhaltung ähnlich früher Bilder geschuldet sein.
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Fischer, Stephanie: Ev. Pfarrkirche St. Vitus. Westkapelle – Wand- und Deckenmalereien. 39397 Kloster Gröningen (Bördekreis). Dokumentation der Voruntersuchung und Probeflächen, Gutachten, Schildow 2004, S. 20-33.
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Fischer, Stephanie: Ev. Pfarrkirche St. Vitus. Westkapelle – Wand- und Deckenmalereien. 39397 Kloster Gröningen (Bördekreis). Dokumentation der Voruntersuchung und Probeflächen, Gutachten, Schildow 2004, S. 33 und Riemann, Konrad et al.: Kloster Gröningen. Klosterkirche. Wandmalereien; in: Dokumentation der Restaurierung. Empore Ostseite, sog. Krypta, Zwickel der Nordarkade, archiviert im Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Sig. RE151, unpaginierte Maschinenschrift vom 26.07.1978, Blatt 10.
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Vergleiche Fischer, Stephanie: Ev. Pfarrkirche St. Vitus. Westkapelle – Wand- und Deckenmalereien. 39397 Kloster Gröningen (Bördekreis). Dokumentation der Voruntersuchung und Probeflächen, Gutachten, Schildow 2004, S. 29 und Mörtelanalyse auf S. 41ff.
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Fischer, Stephanie: Ev. Pfarrkirche St. Vitus. Westkapelle – Wand- und Deckenmalereien. 39397 Kloster Gröningen (Bördekreis). Dokumentation der Voruntersuchung und Probeflächen, Gutachten, Schildow 2004, S. 29f und S. 46f. sowie vergleiche Arnold, Torsten et al.: Raumklimatische und materialorientierte Schadensdiagnostik. Ableitung und Bewertung von Restaurierungskonzepten für Architekturoberflächen. Fallbeispiele von Krypten und Grüften in Sachsen-Anhalt, in: Wandmalereien in Krypten, Grotten, Katakomben. Zur Konservierung gefasster Oberflächen in umweltgeschädigten Räumen. Internationale Tagung des Deutschen Nationalkomitees von ICOMOS in Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt und der Hochschule für Bildende Künste Dresden, Quedlinburg 3. bis 6. November 2011 (56), Halle/S. 2013, mit Thomas Danzl/Matthias Exner, S. 113 sowie Riemann, Konrad et al.: Kloster Gröningen. Klosterkirche. Wandmalereien; in: Dokumentation der Restaurierung. Empore Ostseite, sog. Krypta, Zwickel der Nordarkade, archiviert im Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Sig. RE151, unpaginierte Maschinenschrift vom 26.07.1978, Blatt 9f.
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Fischer, Stephanie: Ev. Pfarrkirche St. Vitus. Westkapelle – Wand- und Deckenmalereien. 39397 Kloster Gröningen (Bördekreis). Dokumentation der Voruntersuchung und Probeflächen, Gutachten, Schildow 2004, S. 30: Ursprünglich lagen die Bildfeldbreite und die Bildfeldhöhe im Goldenen Schnitt zueinander, abschließend wurde der Abstand vom Gewölbescheitel zum Apsisbogen der östlichen Kryptaseite halbiert, womit eine Bildfeldhöhe von ca. 150 cm entstand.
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Fischer, Stephanie: Ev. Pfarrkirche St. Vitus. Westkapelle – Wand- und Deckenmalereien. 39397 Kloster Gröningen (Bördekreis). Dokumentation der Voruntersuchung und Probeflächen, Gutachten, Schildow 2004, S. 30: Die Bestimmung gestaltete sich aber aufgrund des starken Abbaus, der Verschmutzungen und der späteren Festigung mit PVAc schwierig. Sicher ausgeschlossen werden können derzeit trocknende Öle und damit die Verwendung eines Emulsionsbindemittels/ einer Tempera sowie Harze und Wachse. In einem Fall besteht wiederum der Hinweis auf tierischen Leim (Zinnoberpartien am Gewand des linken der Hlg. drei Könige, vgl. Querschliff Abb. 33). Auf die Verwendung eines proteinischen Bindemittels deuten auch gelbe Fluoreszenzen im Bereich der Gewänder hin (Anhang E, Abb. 93 – 96).“
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Vergleiche Fischer, Stephanie: Ev. Pfarrkirche St. Vitus. Westkapelle – Wand- und Deckenmalereien. 39397 Kloster Gröningen (Bördekreis). Dokumentation der Voruntersuchung und Probeflächen, Gutachten, Schildow 2004, S. 33 sowie Torsten Arnold, Uwe Kalisch und Jeannine Meinhardt: Raumklimatische und materialorientierte Schadensdiagnostik. Ableitung und Bewertung von Restaurierungskonzepten für Architekturoberflächen. Fallbeispiele von Krypten und Grüften in Sachsen-Anhalt, in: Wandmalereien in Krypten, Grotten, Katakomben. Zur Konservierung gefasster Oberflächen in umweltgeschädigten Räumen. Internationale Tagung des Deutschen Nationalkomitees von ICOMOS in Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt und der Hochschule für Bildende Künste Dresden, Quedlinburg 3. bis 6. November 2011 (56), Halle/S. 2013, mit Thomas Danzl/Matthias Exner, S. 113 sowie Riemann, Konrad et al.: Kloster Gröningen. Klosterkirche. Wandmalereien; in: Dokumentation der Restaurierung. Empore Ostseite, sog. Krypta, Zwickel der Nordarkade, archiviert im Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Sig. RE151, unpaginierte Maschinenschrift vom 26.07.1978, Blatt 9f.
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Vergleiche Fischer, Stephanie: Ev. Pfarrkirche St. Vitus. Westkapelle – Wand- und Deckenmalereien. 39397 Kloster Gröningen (Bördekreis). Dokumentation der Voruntersuchung und Probeflächen, Gutachten, Schildow 2004, S. 34 – 40.
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Durch Fischer, Stephanie: Ev. Pfarrkirche St. Vitus. Westkapelle – Wand- und Deckenmalereien. 39397 Kloster Gröningen (Bördekreis). Dokumentation der Voruntersuchung und Probeflächen, Gutachten, Schildow 2004, S. 14-19 konnten auch die Dokumente in der Turmkugel von 1726, 1784, 20.7.1861, 1877 und 1928 eingesehen und ausgewertet werden.
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Vergleiche Fischer, Stephanie: Ev. Pfarrkirche St. Vitus. Westkapelle – Wand- und Deckenmalereien. 39397 Kloster Gröningen (Bördekreis). Dokumentation der Voruntersuchung und Probeflächen, Gutachten, Schildow 2004, S. 14: Die Maßnahme wird in sinnvollen Zusammenhang mit dem Abriss des nördlichen Seitenschiffes gebracht.
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Vergleiche Arnold, Torsten et al.: Raumklimatische und materialorientierte Schadensdiagnostik. Ableitung und Bewertung von Restaurierungskonzepten für Architekturoberflächen. Fallbeispiele von Krypten und Grüften in Sachsen-Anhalt, in: Wandmalereien in Krypten, Grotten, Katakomben. Zur Konservierung gefasster Oberflächen in umweltgeschädigten Räumen. Internationale Tagung des Deutschen Nationalkomitees von ICOMOS in Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt und der Hochschule für Bildende Künste Dresden, Quedlinburg 3. bis 6. November 2011 (56), Halle/S. 2013, mit Thomas Danzl/Matthias Exner, S. 110; Vergleiche Marx, Petra: Die Stuck-Emporenbrüstung aus Kloster Gröningen. Ein sächsisches Bildwerk des 12. Jahrhunderts und sein Kontext, Berlin 2006, S. 113; Vergleiche Verein zur Erhaltung der Denkmäler in der Provinz Sachsen: Jahrbuch der Denkmalpflege in der Provinz Sachsen für 1900, S. 30; Vergleiche Verein zur Erhaltung der Denkmäler in der Provinz Sachsen: Jahrbuch der Denkmalpflege in der Provinz Sachsen für 1901, S. 20; Vergleiche Fischer, Stephanie: Ev. Pfarrkirche St. Vitus. Westkapelle – Wand- und Deckenmalereien. 39397 Kloster Gröningen (Bördekreis). Dokumentation der Voruntersuchung und Probeflächen, Gutachten, Schildow 2004, S. 15 und dementsprechend Anm. 52: Maidenbauer-Archiv der Preußischen Messbildstelle mit Sitz am Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege, Wünsdorf.
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Fischer, Stephanie: Ev. Pfarrkirche St. Vitus. Westkapelle – Wand- und Deckenmalereien. 39397 Kloster Gröningen (Bördekreis). Dokumentation der Voruntersuchung und Probeflächen, Gutachten, Schildow 2004, S. 15 (nach Leopold, Otto: Geschichtliches und Kunstgeschichtliches zur Kirche von Kloster Gröningen, 68 Seiten und zeichnerische Anhänge, Halle/ S. 1940, S. 65ff., wohl als maschinenschriftliches Manuskript im LDA Sachsen-Anhalt, Akten-Nr. unbekannt, dort am 10.05.2020 jedoch nicht einsehbar). Vergleiche außerdem Bildarchiv Foto Marburg, Aufnahme-Nr. Z3.989, Online im Internet: https://www.bildindex.de/document/obj20216090?medium=mi00743a05 sowie vergleiche Marx, Petra: Die Stuck-Emporenbrüstung aus Kloster Gröningen. Ein sächsisches Bildwerk des 12. Jahrhunderts und sein Kontext, Berlin 2006, S. 113 und Döring, Oscar: Die romanischen Malereien in der Kirche von Kloster Gröningen; in: Zeitschrift für christliche Kunst, Heft 9, Köln/Düsseldorf 1912, Sp. 29.
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Vergleiche Marx, Petra: Die Stuck-Emporenbrüstung aus Kloster Gröningen. Ein sächsisches Bildwerk des 12. Jahrhunderts und sein Kontext, Berlin 2006, 122-126 sowie Rüber-Schütte, Elisabeth: Zum mittelalterlichen Stuck in Sachsen-Anhalt. Fragen der Bestandserfassung, Erforschung und Erhaltung; in: Stuck des frühen und hohen Mittelalters. Geschichte Technologie Konservierung. Eine Tagung des Deutschen Nationalkomitees von ICOMOS und des Dom- und Diözesanmuseums Hildesheim in Hildesheim, 15.-17. Juni 1995, Matthias Exner (Hrsg.), ICOMOS Hefte des Deutschen Nationalkomitees XIX, München 1996, S. 98.
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Vergleiche Marx, Petra: Die Stuck-Emporenbrüstung aus Kloster Gröningen. Ein sächsisches Bildwerk des 12. Jahrhunderts und sein Kontext, Berlin 2006, S. 114 (nach Leopold, Otto: Geschichtliches und Kunstgeschichtliches zur Kirche von Kloster Gröningen, 68 Seiten und zeichnerische Anhänge, Halle/ S. 1940, S. 11, wohl als maschinenschriftliches Manuskript im LDA Sachsen-Anhalt, Akten-Nr. unbekannt, dort am 10.05.2020 jedoch nicht einsehbar). Vergleiche Fischer, Stephanie: Ev. Pfarrkirche St. Vitus. Westkapelle – Wand- und Deckenmalereien. 39397 Kloster Gröningen (Bördekreis). Dokumentation der Voruntersuchung und Probeflächen, Gutachten, Schildow 2004, S. 16f. und Riemann, Konrad et al.: Kloster Gröningen. Klosterkirche. Wandmalereien; in: Dokumentation der Restaurierung. Empore Ostseite, sog. Krypta, Zwickel der Nordarkade, archiviert im Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Sig. RE151, unpaginierte Maschinenschrift vom 26.07.1978, Blatt 7: Neuverputz der unteren Wandbereiche mit Kalkmörtel und Putzergänzungen innerhalb der Malereien mit vermutlich gipshaltigem Kalkmörtel, Verschließen von Rissen sowie Ausführung von Anböschungen und Putzsicherungen mit unterschiedlich gefärbten mineralischen Hinterfüllmassen auf der Basis von Gips über Injektionslöcher und aufstehende Putzränder, lasierende Retusche der Kittungen und auf den wenigen Resten aufliegender, jüngerer Kalktünchen in Lokaltönen. Weitere Maßnahmen zur Malschichtfestigung oder umfangreichere Retuschen konnten 2004 nicht festgestellt werden. Die Arbeiten wurden weder schriftlich noch fotografisch dokumentiert.
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Vergleiche Institut für Denkmalpflege Halle (Saale) (Hrsg.): Denkmale in Sachsen-Anhalt. Ihre Erhaltung und Pflege in den Bezirken Halle und Magdeburg, erarbeitet im Institut für Denkmalpflege Arbeitsstelle, 2., durchgesehene Auflage, Halle/Weimar 1986, S. 23.
33
Vergleiche Institut für Denkmalpflege Halle (Saale) (Hrsg.): Denkmale in Sachsen-Anhalt. Ihre Erhaltung und Pflege in den Bezirken Halle und Magdeburg, erarbeitet im Institut für Denkmalpflege Arbeitsstelle, 2., durchgesehene Auflage, Halle/Weimar 1986, S. 331 und 352; Schwartz, Gabriele: Die Kirchlichen Werkstätten Erfurt 1952 bis 2002. Katalog der in den Abteilungen Holz und Farbfassung bearbeiteten Projekte; Dissertation, Dresden 2015, Nr. 238. Ebenso vergleiche Riemann, Konrad et al.: Kloster Gröningen. Klosterkirche. Wandmalereien; in: Dokumentation der Restaurierung. Empore Ostseite, sog. Krypta, Zwickel der Nordarkade, archiviert im Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Sig. RE151, unpaginierte Maschinenschrift vom 26.07.1978: Der Restaurierungsbericht dokumentiert die vorliegenden umfangreichen Schäden. Als Maßnahmen ohne Angabe der verwendeten Materialien werden Reinigung und Konservierung der Oberfläche, Entfernung von Rußpartikel mit Wasserstoffperoxid, Sicherung loser Teile, Niederlegen von Putzblasen, Abnahme des Putzes von 1935 im unteren Wandbereich, Anböschungen mit Kalkmörtel unter Verwendung von Wegelebener Sand genannt. Analysen aus dem Jahr 2004 (in: Fischer, Stephanie: Ev. Pfarrkirche St. Vitus. Westkapelle – Wand- und Deckenmalereien. 39397 Kloster Gröningen (Bördekreis). Dokumentation der Voruntersuchung und Probeflächen, Gutachten, Schildow 2004) ergaben den Einsatz von PVAc D50M zur Malschichtfestigung, flächig unter Ausbildung teils starker Glanzstellen und Läufer sowie zur Fixierung der Hohlstellen entweder über Injektionslöcher oder über Schollenränder. Im Zuge dieser Maßnahme wurden auch die Malereien auf der Außenseite der Empore sowie die Malereien in den Bogenzwickeln der Nordwand des Langhauses bearbeitet.
34
Lenz, Roland: Kloster Gröningen. Kapelle St. Vitus. Schadensuntersuchung an den Wandmalereien in der Westbau-Kapelle; archiviert im Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Find-Nr. RE 3866, Dresden 2000.
35
Fischer, Stephanie: Ev. Pfarrkirche St. Vitus. Westkapelle – Wand- und Deckenmalereien. 39397 Kloster Gröningen (Bördekreis). Dokumentation der Voruntersuchung und Probeflächen, Gutachten, archiviert im Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Find-Nr. RE 5808, Schildow 2004.
36
Fischer, Stephanie: Ev. Pfarrkirche St. Vitus. Auswertungsbericht Klimadatenmessung des Jahres 2007 und der Monitoringflächen 2004, archiviert im Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Find-Nr. RE 8272, Schildow 2004.

Groppendorf

1
Die bisher für die Seelsorge zuständigen Zisterzienser errichteten St. Marien als eigenständige Pfarrei mit eigenem Pfarrer.
2
Möglicherweise gab es eine Grabstelle, die nicht angeschnitten oder beschädigt werden sollte.
3
In diesem Falle würde es sich bei dem Stab eher um eine Walkerstange handeln. Es könnte hier auch Philippus dargestellt sein, sofern es sich doch um einen Kreuzstab gehandelt hat.
4
Auch dieser Apostel ist nicht sicher zu identifizieren. Der Gegenstand in seiner rechten Hand kann ggf. als Schlüssel gedeutet werden.
5
Beide Figuren werden außerdem durch die erhaltenen Buchstaben in den Schriftbändern bezeichnet.
6
Das Wappen kann leider nicht eindeutig einem Stifter zugeordnet werden.
7
Auch wenn die typischen Attribute der Maria Magdalena fehlen, ist die Heilige durch ihre zeitgenössisch-elegante Kleidung gekennzeichnet. Im Zusammenhang mit der benachbarten Hl. Helena, der Kreuzauffinderin, wird man Sie hier als Augenzeugin der Kreuzigung Christi deuten. Häufig genug wird sie bei Kreuzigungsdarstellungen am Kreuzstammfuß kauernd wiedergegeben.
8
Bei der Frisur könnte es sich möglicherweise um eine Tonsur handeln. Zusammen mit der Darstellung seines nackten Fußes unter dem Gewand, könnten diese Charakteristika für einen Heiligen aus einem Bettelorden oder einen Eremiten sprechen.
9
Vergleiche Washington, National Gallery of Art, Nr. 3822: gleiche Stellung mit Arm- und Beinhaltung des Heiligen, aber andersartige Rüstung, und auch der auf dem Rücken liegende Drache unterscheidet sich.
10
Jedoch können etwaige Zusätze wie Weißpigmente, Gips, Kreide und weitere Bindemittel in der grundierenden Kalktünche nicht ausgeschlossen werden. Demnach käme auch eine vollständige Ausführung in Secco-Technik in Frage.
11
Vergleiche Schmidt, Hans-Peter: Allgemeine Istzustandserfassung der Wandmalerei in der Dorfkirche Groppendorf Sachsen-Anhalt Stand 2002, Gutachten von Dipl.-Rest. H.-P. Schmidt, archiviert im Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Find-Nr. RE9483, Groß Rodensleben 2002, S.28.
12
Vergleiche Altaktenbestand (AA) im Archiv des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Halle (Saale), Akten-Nr., AA-Bez. „AA alt“ (ohne Nr.).
13
August Herrmann Heinrich Oetken (1861-1951), Dekorations- und Kirchenmaler sowie Professor für Ornamentzeichnen und Farbige Dekoration an der Königlich Technischen Hochschule Berlin (ab 1919 Technische Hochschule); zur Restaurierungsgeschichte vergleiche Dehio, Georg: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Sachsen-Anhalt I. Regierungsbezirk Magdeburg, bearb. v. Uwe Bednarz, Folkhard Cremer u.a., München-Berlin 2002, S. 282; Vergleiche Altaktenbestand (AA) im Archiv des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Halle (Saale), Akten-Nr., AA-Bez. „AA alt“ (ohne Nr.) sowie Schwarz-Weiß-Fotoreproduktionen der Aquarelle von August Oetken aus der Zeit ab 1896 Nr. S-0003, 14701-03.
14
Zur Restaurierungsgeschichte vergleiche Altaktenbestand (AA) im Archiv des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Halle (Saale), Akten-Nr., AA-Bez. „AA alt“ (ohne Nr.).
15
Vergleiche Altaktenbestand (AA) im Archiv des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Halle (Saale), Akten-Nr., AA-Bez. „AA alt“ (ohne Nr.).
16
Vergleiche Schmidt, Hans-Peter: Allgemeine Istzustandserfassung der Wandmalerei in der Dorfkirche Groppendorf Sachsen-Anhalt Stand 2002, Gutachten von Dipl.-Rest. H.-P. Schmidt, archiviert im Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Find-Nr. RE9483, Groß Rodensleben 2002, S. 90ff.
17
Vergleiche Arnold, Torsten; Arnold, Daniela: 39343 Groppendorf. Ev. Kirche St. Marien. Arbeitsbericht zu den Sicherungsarbeiten am Wandmalereibestand im Chorraum und Kirchenschiff, archiviert im Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Find-Nr. 7858, Leipzig 2007, S. 4.
18
Vergleiche Brauer, Nannette: Dokumentation (kurzer Arbeitsbericht). Erstellung einer Probefläche für die Wand- und Deckenmalereien in der Dorfkirche in Groppendorf b. Magdeburg (Sachsen-Anhalt, archiviert im Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Find-Nr. 8696, Leipzig 2009.
19
Vergleiche Howahl, Sascha; Spies, Ralph: Ev. Kirche St. Marien, Groppendorf. Dokumentation der konservatorischen und restauratorischen Maßnahmen an den Wand- und Deckenmalereien, HOWAHLSPIES Restauratoren GbR, Berlin 2010.

Hadmersleben

1
Vergleiche Dehio , Georg: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler. Sachsen-Anhalt I. Regierungsbezirk Magdeburg; bearb. v. Ute Bednarz, Folkhard Cremer, Berlin 2002, S.306-307; Vergleiche Merfert, Walter: Romanische Kantensäulen gibt es nur zwischen Elbe, Saale und Weser; in: Börde, Bode und Lappwald, Heimatschrift 2003/2004, Oschersleben 2004, S. 48-51; Vergleiche Schrader, Franz: Hadmersleben. St. Peter und Paul. Ehem. Benediktinerabtei-Kirche, heute kath. Pfarrkirche; in: Kleine Kunstführer Nr. 2026, Regensburg 1992; Vergleiche Merfert, Walter; Peda, Gregor: Hadmersleben – Ehemaliges Benediktinerinnenkloster; Peda-Kunstführer Nr. 154, Passau 2000.
2
Merfert, Walter; Peda, Georg: Hadmersleben, ehemaliges Benediktinerinnen-Kloster (Peda-Kunstführer Nr. 154), Passau 2000, S. 8.
3
Bergner, Heinrich: Beschreibende Darstellung der älteren Kunstdenkmäler des Kreises Wanzleben, XXXI. Heft, Halle 1912, S. 82ff.
4
Merfert, Walter; Peda, Georg: Hadmersleben, ehemaliges Benediktinerinnen-Kloster (Peda-Kunstführer Nr. 154), Passau 2000, S. 9.
5
Vergleiche Altaktenbestand (AA) im Archiv des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Halle (Saale), Akten-Nr. 760/5: Zeitungsausschnitt Märkische Volksstimme, Potsdam 21.11.1985.
6
Bereits in Altaktenbestand (AA) im Archiv des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Halle (Saale), Akten-Nr. 760/5: Karteikarte 35 (undatiert). Es wird beschrieben, dass sich hier Reste zweier Wandgemälde erhalten haben, darunter neben der Anbetung des Kindes auch zwei nicht identifizierbare Heilige. Siehe auch Bergner, Heinrich, Beschreibende Darstellung der älteren Kunstdenkmäler des Kreises Wanzleben, XXXI. Heft, Halle 1912, S. 94.
7
Der oder die Heilige könnte dabei für den Stifter des Bildes von besonderer Bedeutung sein und deshalb hier als Vermittler dargestellt werden.
8
Auch wenn nicht alle Apostel dabei sicher zu ermitteln sind, sind doch die meisten durch ihre Nimben gekennzeichnet, was die Darstellung anderer alt-und neutestamentlicher Tischszenen wie königliche Gastmähler oder auch die Hochzeit zu Kana ausschließen lässt. Wenn es doch weniger Personen sein sollten, wäre auch Christus bei Maria und Martha möglich.
9
Es haben sich in an der Nordwand der Nordkapelle der Klosterkirche (entspricht der rückwärtigen Seite der Südwand des Kapitelsaals) vergleichbare Weihekreuze erhalten. Gemäß Dehio, Georg: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Sachsen-Anhalt I. Regierungsbezirk Magdeburg, bearb .v. Uwe Bednarz, Folkmar Cremer u.a., München-Berlin 2002, S. 303: Bauteil Kapitelsaal zu datieren mit 1. Hälfte 14. Jh., gemäß Friedrich, Verena: Romanik in der Deuregio Ostfalen, Passau 1997, S. 14: Nordkapelle der Klosterkirche Anfang 16. Jh. errichtet. Damit kommt eine früheste Datierung der Weihekreuze wohl für das beginnende 16. Jahrhundert durchaus in Frage.
10
Vergleiche Bergner, Heinrich: Beschreibende Darstellung der älteren Kunstdenkmäler des Kreises Wanzleben. XXXI. Heft. Halle 1912, S. 94. Dieser beschreibt außerdem, der Kapitelsaal sei vierjochig. Möglicherweise war dieser bereits 1912 durch Trennwände räumlich geteilt. Auch in Dehio, Georg

Handbuch der dt. Kunstdenkmäler. Sachsen-Anhalt I. Der Bezirk Magdeburg, bearb. v. Abteilung Forschung des Instituts für Denkmalpflege, München/Berlin 1974, (Nachdruck 1990), S. 132 als ursprünglich zweischiffiger u. vierjochiger Raum beschrieben.

11
Vergleiche Altaktenbestand (AA) im Archiv des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Halle (Saale), Akten-Nr. 760/4 und 760/5; diverse Vermerke der Zeit nach 1945.
12
Vergleiche Altaktenbestand (AA) im Archiv des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Halle (Saale), Akten-Nr. 760/5: Protokoll vom 28.11.1984.
13
Vergleiche Altaktenbestand (AA) im Archiv des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Halle (Saale), Akten-Nr. 760/5: Zeitungsausschnitt aus Freies Wort, Suhl, vom 09.12.1985.
14
Vergleiche Altaktenbestand (AA) im Archiv des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Halle (Saale), Akten-Nr. 760/5: Vermerk Voss vom 09.03.89.

Hamersleben

1
Vergleiche Krause, Hans-Joachim; Voß, Gotthard: St. Pankratius Hamersleben. Schnell Kunstführer Nr.1906 (ehemals: Das Christliche Denkmal, Heft 135), fünfte veränderte Auflage, Regensburg 2007; Vergleiche Schöne, Anne Christin: Die romanische Kirche des ehemaligen Augustinerchorherrenstiftes in Hamersleben, Phil-Diss., Köln 1999; Vergleiche Dehio, Georg: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Sachsen-Anhalt I. Der Bezirk Magdeburg; bearb. v. der Abteilung Forschung des Instituts für Denkmalpflege, Berlin 1974, S. 169-173; Vergleiche Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt: Berichte zur Denkmalpflege 2015, Halle (Saale) 2016, S. 4: „Die im Zuge der Sanierung 2014 freigelegte hölzerne Mauerlatte der Apsis wurde dendrochronologisch untersucht und mittels 14C-Datierung auf ca. 1111/15 datiert. Damit ist der Bau der Klosterkirche entgegen neuerer Forschung doch im ersten Drittel des 12.Jahrhunderts einzuordnen.“
2
Zöllner, Walter: Die Urkunden und Besitzaufzeichnungen des Stifts Hamersleben (1108-1462). Studien zur katholischen Bistums- und Klostergeschichte, Band 17, Leipzig 1979: Klostergründung im Jahr 1107 in Osterwieck wohl durch Bischof Reinhard von Halberstadt. Vgl. Landesarchiv Magdeburg, Rep. U 8a, Kl. Hamersleben Nr. 1: zu Bischof Reinhard von Halberstadt und 1108 sowie Kl. Hamersleben Nr. 2: zu Urkunden des Klosters Hamersleben.
3
Ob der Altar wirklich in der Apsis und nicht im Chorjoch stand bleibt nach aktuellem Kenntnisstand weiterhin zu diskutieren. Beide Varianten können bestanden haben. Vermutlich gab es jedoch mindestens einen so genannten Kreuzaltar unter dem Triumphkreuz (dem Bogen zwischen Vierung und Langhaus).
4
Die Umbaumaßnahmen wurden durch Ferdinand von Quast, erster preußischer Staatskonservator, geleitet.
5
Universität Bamberg: Dendrochronologisches Gutachten der Universität Bamberg. Hamersleben St. Pankratius; Entnahme am 8.10.1998 und 26.5.2014 durch Frank Högg, Auswertung durch Dr. Thomas Eissing am 16.September 2015, Bamberg 2015.
6
Vergleiche Datierungen unterschiedlicher Quellen: Bildarchiv Foto Marburg, Aufnahme-Nr. fmd448611 und fmd448612, Online im Internet: https://www.bildindex.de/document/obj20216090? medium=mi00743a05, Stichwort Hamersleben: 1501-1600 bezüglich der Apostelkreuze; Dehio, Georg: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Sachsen-Anhalt I. Der Bezirk Magdeburg, bearb. v. Abteilung Forschung des Instituts für Denkmalpflege, München/Berlin 1974, (Nachdruck 1990), S. 172 sowie Dehio, Georg: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Sachsen-Anhalt I. Regierungsbezirk Magdeburg, bearb. v. Uwe Bednarz, Folkhard Cremer u.a., München-Berlin 2002, S. 361f.: Spätgotisch; Krause, Hans-Joachim; Voss, Gottfried: Die Stiftskirche zu Hamersleben; in: Das christliche Denkmal, Heft 135, Berlin 1989, S. 18 und 21: um 1500 Herrichtung der Kirche (Rippengewölbe u.a.), spätgotische Ausstattung, auch vollständige Ausmalung der Hauptapsis; Unbehaun, Lutz: Die Augustinerchorherrenstift St. Pankratius in Hamersleben; in: Große Baudenkmäler, Heft 449, München-Berlin 1993, S. 16: Spätgotische Hauptapsis vollständig ausgemalt, Teile erhalten, besonders Weltgericht in der Kalotte; Piltz, Georg: Kunstführer durch die DDR, 4. Auflage, Leipzig/Jena/Berlin 1973, S. 215: „(…) in der Apsis des Hauptchores spätgotische Malereien (Weltgericht und Heilige) (…)“; Nickel, Heinrich L.: Mittelalterliche Wandmalerei in der DDR. In Zusammenarbeit mit Gerd Baier, Gerhard Femmel und Karl-Max Kober, Leipzig 1979, S. 253: um 1500.
7
Diese gestaffelte Dreiergruppe wird als eigenständige, aus dem Weltgericht gelöste Darstellung auch als Deesis bezeichnet.
8
Die lateinischen Inschriften (Venite benedicti, Venite maledicti, Venite ad judiciu(m) etc.) verweisen dabei auf die Seligen, Verdammten und das Gericht selbst.
9
So bei der deutlich präziseren Stoffwiedergabe der Gewänder sowie der Perspektive u.a.
10
An dieser Stelle wird zum Teil auf die Untersuchungsergebnisse der Hochschule für Angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim, Fakultät K Wandmalerei/Architekturoberflächen von 2009 sowie die Erkenntnisse im Zuge der Bearbeitung 1973/74 durch das Institut für Denkmalpflege Halle (Saale) zurückgegriffen. Vergleiche hierzu Hochschule für Angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim-Holzminden-Göttingen: St.-Pankratius. Hamersleben. Voruntersuchung 2009, unveröffentlichter Untersuchungsbericht, archiviert im Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Find-Nr. RE 8973, Hildesheim 2009, S. 34-38 und vergleiche Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Find-Nr. RE 233, Restaurierungsbericht 1973/1974.
11
Befund gemäß Hochschule für Angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim-Holzminden-Göttingen: St.-Pankratius. Hamersleben. Voruntersuchung 2009, unveröffentlichter Untersuchungsbericht, archiviert im Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Find-Nr. RE 8973, Hildesheim 2009, S. 35.
12
Vergleiche auch Hochschule für Angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim-Holzminden-Göttingen: St.-Pankratius. Hamersleben. Voruntersuchung 2009, unveröffentlichter Untersuchungsbericht, archiviert im Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Find-Nr. RE 8973, Hildesheim 2009, S. 36. Die Konsolen weisen im Inneren vertikal durchgehende, handtellergroße Öffnungen auf, die teils mit Fragmenten aus degradiertem Holz zugesetzt sind. Möglicherweise wurden sie Halterungen für Lichtquellen wie Fackeln oder Kerzen verwendet.
13
Hochschule für Angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim-Holzminden-Göttingen: St.-Pankratius. Hamersleben. Voruntersuchung 2009, unveröffentlichter Untersuchungsbericht, archiviert im Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Find-Nr. RE 8973, Hildesheim 2009, S. 60 und LDA Sachsen-Anhalt, Akten-Nr. RE 233, Restaurierungsbericht 1973/1974, S. 5.
14
Vergleiche Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Find-Nr. RE 233, Restaurierungsbericht 1973/1974 S. 6.
15
Vergleiche entgegen hierzu Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Find-Nr. RE 233, Restaurierungsbericht 1973/1974, S. 7 und Hochschule für Angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim-Holzminden-Göttingen: St.-Pankratius. Hamersleben. Voruntersuchung 2009, unveröffentlichter Untersuchungsbericht, archiviert im Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Find-Nr. RE 8973, Hildesheim 2009, S. 38: An beiden Stellen wird eine schwarze Vorzeichnung sowie eine abschließende rote Konturierung beschrieben. Die Verfasserin kommt nach hinreichender Begutachtung der Maltechnik sowie im Abgleich mit Wandmalereien ähnlicher Zeitphasen zu dem Ergebnis, dass es sich hier um eine Fehlinterpretation durch optische Täuschung infolge des materialspezifischen Verwitterungsbildes handelt. Ein Teil der vermeintlich roten Konturierung ist als Vorzeichnung anzusprechen, die entweder als einzig erhaltener Rest stehen blieb oder in Folge der Abwitterung der Malschicht partiell freigelegt wurde und heute mit dieser auf einem Niveau liegt. Für die Heiligenfiguren im Wandbereich sind schwarze Vorzeichnungen maßgebend. Die abschließende Konturierung wurde selten zwar auch in Rot, vorwiegend jedoch in schwarz ausgeführt, liegt überwiegend immer über der roten Zeichnung und korrigiert diese sehr häufig.
16
Es fanden hierzu keine naturwissenschaftlichen Analysen statt. Phänomenologisch ließe sich auf eine fette Temperamalerei schließen, die maltechnisch bedingt aus mehreren Farbaufträgen mit zunehmend öliger Phase erstellt worden wäre. Hierfür wäre die Imprägnierung des Untergrundes (der grundierenden Kalktünche) erforderlich. Die an dieser Stelle gelblich braune Oberfläche könnte ein Hinweis hierfür sein. Vergleiche hierzu auch Hochschule für Angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim-Holzminden-Göttingen: St.-Pankratius. Hamersleben. Voruntersuchung 2009, unveröffentlichter Untersuchungsbericht, archiviert im Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Find-Nr. RE 8973, Hildesheim 2009, S. 48f.: „Die Anregung [der Malerei, anm. d. Verf.] mit ultraviolettem Licht führte zu charakteristischen Fluoreszenzen, die für die Verwendung organischer Bindemittel sprechen.“ Allerdings ist hierbei die starke Überarbeitung durch organische Kunststoffe im Zuge der Restaurierungsmaßnahmen 1973/74 zu berücksichtigen. A. a. St. Wird die Ausführung einer mehrschichtigen Temperamalerei für die Kalotte vermutet und aufgrund des Schadensbildes die Verwendung wässriger Bindemittel für die Architekturmalerei der Wandflächen angenommen. Vergleiche hierzu auch die Ergebnisse in Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Find-Nr. RE 233, Restaurierungsbericht 1973/1974, S. 7: Die Maltechnik wird als alla prima, nass-in-nass unter Verwendung verschiedener Bindemittel für die figürlichen Bereiche (vermutlich Kasein), für die Nimben (Ölvergoldung), die grünen Landschaftsbereiche (möglicherweise auch Öl) und die Architekturmalerei (wässrige Bindemittel) beschrieben.
17
Vergleiche Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Find-Nr. RE 233, Restaurierungsbericht 1973/1974, S. 7.
18
Vergleiche Hochschule für Angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim-Holzminden-Göttingen: St.-Pankratius. Hamersleben. Voruntersuchung 2009, unveröffentlichter Untersuchungsbericht, archiviert im Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Find-Nr. RE 8973, Hildesheim 2009, S. 60f.
19
Für die Freilegung selbst gibt es nur dahingehend Belege, dass die Oberflächen noch Fragmente jüngerer Anstriche sowie konkrete Spuren einer bzw. Schäden durch die Freilegung aufweisen. Siehe hierzu Hochschule für Angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim-Holzminden-Göttingen: St.-Pankratius. Hamersleben. Voruntersuchung 2009, unveröffentlichter Untersuchungsbericht, archiviert im Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Find-Nr. RE 8973, Hildesheim 2009, S. 39 und Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Find-Nr. RE 233, Restaurierungsbericht 1973/1974, S. 8: Beide Quellen geben bis zu 3 weiße Farbschichten an. Vgl. Quast, Otte 1856, S. 76: „Die Absis zeigt unter der Tünche eine durchgehende Bemalung, das jüngste Gericht (oder Christus in der Herrlichkeit?) darstellend, die jedoch nicht sehr bedeutsam und erst dem XV. Jahrh. angehörte (…).“ Demzufolge war die Malerei 1856 zwar sichtbar, aber noch nicht freigelegt.
20
Vergleiche Krause, Hans-Joachim; Voss, Gottfried: Die Stiftskirche zu Hamersleben; in: Das christliche Denkmal, Heft 135, Berlin 1989, S. 28 und Institut für Denkmalpflege Halle (Saale) (Hrsg.)

Denkmale in Sachsen-Anhalt. Ihre Erhaltung und Pflege in den Bezirken Halle und Magdeburg, erarbeitet im Institut für Denkmalpflege Arbeitsstelle, 2., durchgesehene Auflage, Halle/Weimar 1986, S. 538 und 541.

21
Vergleiche Piltz, Georg: Kunstführer durch die DDR, 4. Auflage, Leipzig/Jena/Berlin 1973 S. 215 und Müller 1989, S. 118 sowie vergleiche Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Find-Nr. RE 233, Restaurierungsbericht 1973/1974, und 235 sowie Hochschule für Angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim-Holzminden-Göttingen: St.-Pankratius. Hamersleben. Voruntersuchung 2009, unveröffentlichter Untersuchungsbericht, archiviert im Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Find-Nr. RE 8973, Hildesheim 2009, S. 32: Inhalt der Maßnahmen waren eine restauratorische Bestandsaufnahme, Putzsicherung mit Japanpapier und PVA, Putz- und Malschichtfestigung mit PVAc DI 5133, Anböschungen, Putzergänzungen und Rissverschluss mit kunststoffvergütetem Sumpfkalkmörtel (Merseburger Weißkalk und PVAc DI 5133), Entfernen von Kalkschleiern mit Essigsäure und Oberflächenreinigung mit Spiritus, Neutralretusche, Firnis mit Dispol M1 in Wasser.
22
Arnold, Torsten: Hamersleben, St. Pankratius. Spätgotische Wandmalereien in der Apsis. Kurzdokumentation zum Zustand, zur Verfügung gestellt durch den Autor i.A. des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Juli 2010 sowie Hochschule für Angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim-Holzminden-Göttingen: St.-Pankratius. Hamersleben. Voruntersuchung 2009, unveröffentlichter Untersuchungsbericht, archiviert im Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Find-Nr. RE 8973, Hildesheim 2009.
23
Vergleiche hierzu Ziemann, Martin et al.: Pigmentveränderung; in: Umweltbedingte Pigmentveränderungen an mittelalterlichen Wandmalereien. Beiträge des 3. Konservierungswissenschaftlichen Kolloquiums in Berlin/Brandenburg am 13. und 14. November in Potsdam und Ziesar, Arbeitshefte des Brandenburgischen Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologischen Landesmuseums (Hrsg.), Heft 24, Zossen 2009, S. 81ff.

Ivenrode

1
Die Kreuzform als Kirchenbautyp ist zwar eher für frühmittelalterliche Bauweisen im Orient und Osteuropa bekannt, hier entstand die Kreuzform sehr wahrscheinlich während der Renovierung im 18. Jahrhundert.
2
Vergleiche Altaktenbestand (AA) im Archiv des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Halle (Saale), Akten-Nr. OABKD-ID891 mit Fotos von 1928, Nr. OL 1257, PL 1252, PL 1253 und Foto von 1935, Nr. 5528.
3
Fritz Mannewitz (1902–1962), Kirchenmaler, Restaurator und bildender Künstler, war seit Mitte der 1920er Jahre in der Kirchenprovinz Sachsen im Rahmen von Restaurierungen und auch qualitätsvollen Neugestaltungen zahlreicher Kirchenräume tätig.

Kroppenstedt

1
Vergleiche Schmidt, Gustav: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler der Provinz Sachsen, Band 14, Kreis Oschersleben, Halle 1891, S. 38-45; Vergleiche Dehio, Georg: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler. Sachsen – Anhalt I. Regierungsbezirk Magdeburg; bearb. v. Ute Bednarz, Folkhard Cremer, Berlin 2002, S.498-500.
2
Schmidt, Gustav: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler der Provinz Sachsen, Band 14, Kreis Oschersleben, Halle 1891, S. 38-45.
3
Schmidt, Gustav: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler der Provinz Sachsen, Band 14, Kreis Oschersleben, Halle 1891, S. 40.
4
Die Kanzel ist inschriftlich datiert.
5
Vergleiche Dehio, Georg: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler. Sachsen – Anhalt I. Regierungsbezirk Magdeburg; bearb. v. Ute Bednarz, Folkhard Cremer, Berlin 2002, S.499: Dieser datiert die Wandmalereien wie den Bau auf Ende 15. Jh.; vergleiche auch Müller, Hans, Dome. Kirchen, Klöster. Kunstwerke aus zehn Jahrhunderten, Berlin-Leipzig, 3. Auflage 1989, S. 138 sowie vergleiche Oehmig, Sven et al.: Restaurierungsbericht. Kroppenstedt. Bezirk Magdeburg. Kreis Stassfurt, Verwaltungsnummer: 1612. Stadtkirche St. Martin. Restaurierung der Ausmalung des Chorraumes, Datierung: 1518, sowie einiger ausgewaehlter Ausstattungsstuecke; archiviert im Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Find-Nr. RE375, Halle (Saale) 1985, S. 3-4.
6
Während die ersten beiden Ziffern 15 noch gut zu erkennen sind, können die folgenden Zahlen möglicherweise als 23 gelesen werden.
7
Im Restaurierungsbericht von Linge, S. 3f, findet sich ein Deutungsversuch des Restaurators, wobei er die Apostel Andreas, Petrus und Paulus mit Christus sowie Simon Zelotes und Matthias oder Thomas richtig deutet, die übrigen aber nicht auflösen kann oder auch falsch zuordnet.
8
S P stände dann für Sanctus Paulus, wie auch Linge, S. 4, annimmt. Etwas unklar ist allerdings, warum in diesem Fall der Apostel Paulus zweimal dargestellt wäre. Eventuell könnte auch ein anderer, mit P beginnender Heiliger gemeint sein, der wie Paulus das Schwert als Attribut besäße.
9
Da beide Apostel auch mit Schwert dargestellt werden können, lässt sich nicht sicher klären, welcher der beiden wo im Bild erscheint.
10
Für die Dreiergruppe aus Petrus, Salvator Mundi und Paulus lassen sich mögliche Vorlagen in zwei deutschen Holzschnitten vermuten: Petrus und Paulus mit dem Schweißtuch der Veronika (ab 1475, Washington, National Gallery of Art, Nr. 3839), bzw. Salvator Mundi (um 1470, Washington, National Gallery of Art, Nr. 3871).
11
Siehe hierzu bei Israhel von Meckenem ein Ornamentblatt mit Liebespaar (um 1490-1500), bei dem Monogrammisten TF wieder das undatierte Ornamentblatt mit Blüten und Insekten, das auch mit Wolmirstedt vergleichbar ist. Dennoch sind dort die Ranken deutlich unterschieden, so dass hier kein direkter Zusammenhang bestehen kann. Eine gewisse Ähnlichkeit findet sich auch in der Gewölbeausmalung der Südkapelle in der Nikolaikirche in Jüterbog/Brandenburg (ca. 2. Hälfte 15. Jh.), oder auch in St. Anna, Melle-Schiplage/Niedersachsen (frühes 16. Jh.), wenn dort auch mit deutlich reicherer Rankenbildung.
12
Vergleiche Oehmig, Sven et al.: Restaurierungsbericht. Kroppenstedt. Bezirk Magdeburg. Kreis Stassfurt, Verwaltungsnummer: 1612. Stadtkirche St. Martin. Restaurierung der Ausmalung des Chorraumes, Datierung: 1518, sowie einiger ausgewaehlter Ausstattungsstuecke; archiviert im Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Find-Nr. RE375, Halle (Saale) 1985, S. 5.
13
Vergleiche Oehmig, Sven et al.: Restaurierungsbericht. Kroppenstedt. Bezirk Magdeburg. Kreis Stassfurt, Verwaltungsnummer: 1612. Stadtkirche St. Martin. Restaurierung der Ausmalung des Chorraumes, Datierung: 1518, sowie einiger ausgewaehlter Ausstattungsstuecke; archiviert im Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Find-Nr. RE375, Halle (Saale) 1985, S. 6: Von diesem als Sinopia bezeichnet.
14
Bei den schwarzgrauen Verfärbungen könnte es sich mutmaßlich um verschwärzte Rottöne handeln. Ob es sich bei den blau-grünen Knospen um eine gewollte Ausmischung oder eine Farbverschiebung durch Umwandlung der Pigmente Malachit und Azurit handelt, ist ggf. durch weitere Untersuchungen zu klären.
15
Vergleiche Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Altakten-Nr. 1114/1, Schreiben des Pfarrers Hering an Regierungsbaurat Kniese vom 2.8.1929: Es wird der Absturz von Putzteilen vom Gewölbe ca. 50-60 Jahre zuvor beschrieben. Zu diesem Zeitpunkt seien die Malereien noch sichtbar gewesen.
16
Vergleiche Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Altakten-Nr. 1114/1, Schreiben des Pfarrers Hering an den Regierungsbaurat Kniese vom 29.8.1928.
17
Albert Leusch (1877–1954), Kunstmaler, Restaurator und Gründer der ersten Restaurierungswerkstatt der Denkmalpflege in der Provinz Sachsen, Werkstattleiter 1925 bis 1945. Vergleiche hierzu: Danz, Karoline: Die hallesche Restaurierungswerkstatt unter Albert Leusch. Zur Geschichte der Restaurierung in der Denkmalpflege der Provinz Sachsen 1925-1945; Rüber-Schütte, Elisabeth/Wendland, Ulrike (Hrsg.), S. 14-19 und 24-29, Halle (Saale) 2012.
18
Vergleiche Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Altakten-Nr. 1114/1, Schriftverkehr von Albert Leusch 1931.
19
Vergleiche Oehmig, Sven et al.: Restaurierungsbericht. Kroppenstedt. Bezirk Magdeburg. Kreis Stassfurt, Verwaltungsnummer: 1612. Stadtkirche St. Martin. Restaurierung der Ausmalung des Chorraumes, Datierung: 1518, sowie einiger ausgewaehlter Ausstattungsstuecke; archiviert im Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Find-Nr. RE375, Halle (Saale) 1985.

Magdeburg

Dom Ernstkapelle

1
Vergleiche Mock, Markus Leo: Kunst unter Erzbischof Ernst von Magdeburg, Berlin 2007, S. 150ff.
2
Vergleiche Sußmann, Michael: Der Dom zu Magdeburg, Passau 1997, S. 98: Das Kruzifix kam erst während der Restaurierung 1946-55 an diese Stelle. Vergleiche Schubert, Ernst: Der Dom zu Magdeburg, Leipzig 1994, S. 60: Das spätgotische Triumphkreuz  aus der Zeit Ende 15. Jahrhundert stammte von einer hinter dem Liturgiealtar und vor dem Lettner aufgestellten hohen Säule.
3
Vergleiche Mock, Markus Leo: Kunst unter Erzbischof Ernst von Magdeburg, Berlin 2007, S. 120.
4
Vergleiche Brandl, Heiko; Forster, Christian: Der Dom zu Magdeburg. Band 1: Architektur; Regensburg 2011, S. 385f.: Auch nach mehrjähriger Forschung lässt sich Datierung des Westportals immer noch nicht genauer angeben. Die Entstehung wird deshalb von 1320 bis 1390 eingeordnet.

Vergleiche auch Brandl, Heiko; Forster, Christian: Der Dom zu Magdeburg. Band 1: Architektur; Regensburg 2011, S.  372f.

5
Vergleiche Friedrich, Verena: Magdeburg. Der Dom St. Mauritius und Katharinen, Passau 2014, S. 50 und Dehio, Georg: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Sachsen-Anhalt I. Der Bezirk Magdeburg, bearb. v. Abteilung Forschung des Instituts für Denkmalpflege, München/Berlin 1974, (Nachdruck 1990), S. 271: spätgotisch, 1494-1513, Umbau zur Grablege Ebf. Ernst von Sachsen (1463-1513), Weihe der Kapelle 1494; Vergleiche auch Krenzke, Joachim: Kirchen und Klöster zu Magdeburg, Heft 71, 1. Nachdruck; Magdeburg 2000, S. 26: Ausmalung der Kapelle nach Aufstellung der Grabtumba 1495 und Vergleiche Schubert 1994, S. 82 sowie Mock, Markus Leo: Kunst unter Erzbischof Ernst von Magdeburg, Berlin 2007, S. 105: 1498 inschriftlich Fertigstellung des Gitters. Brandl, Heiko: Forster, Christian: Der Dom zu Magdeburg, Band 2: Ausstattung, Regensburg 2011, S. 705, datiert die Ausmalung nicht vor 1494, die wohl mit der 1498 erfolgten Errichtung des Gitters zu Ende gekommen sein werden.
6
Insgesamt führte Erzbischof Ernst 15 Wappen. Neben den im Folgenden angegebenen sind die Wappen des Bistums Halberstadt, der Grafschaft Brehna und der Herrschaft Pleißen hier nicht dargestellt. Vergleiche hierzu Mock, Markus Leo: Kunst unter Erzbischof Ernst von Magdeburg, Berlin 2007, S. 112f. Auch Brandl, Heiko: Forster, Christian: Der Dom zu Magdeburg, Band 2: Ausstattung, Regensburg 2011, S. 706.
7
Vergleiche Mock, Markus Leo: Kunst unter Erzbischof Ernst von Magdeburg, Berlin 2007, S. 108f. Ebenso Brandl, Heiko: Forster, Christian: Der Dom zu Magdeburg, Band 2: Ausstattung, Regensburg 2011, S.705f.
8
Ähnliche Maßwerkmalerei zur zusätzlichen Aufwertung der neu angebauten schmalrechteckigen Seiteneingangsräume mit Netzrippengewölben finden sich auch im weit entfernten oberpfälzischen Sulzbach-Rosenberg (Stadtpfarrkirche Mariae Himmelfahrt, um 1488). Dass Maßwerkmalerei damals weit verbreitet war, zeigen Beispiele aus der Steiermark wie in der Stadtpfarrkirche Murau (um 1460) oder auch Profanbauten wie in Graz, Sackstrasse 8 (Ende 15. Jh.). Die Wiedergabe von Ahnenwappen auf Grabsteinen, Epitaphien sowie an den Wänden von Grabkapellen ist seit dem Mittelalter ebenfalls weit verbreitet.
9
Dazu Brandl, Heiko: Forster, Christian: Der Dom zu Magdeburg, Band 2: Ausstattung, Regensburg 2011, S. 704f, 712. Die Kapelle bildet ein Gegenüber zum Lettner und schließt damit das Mittelschiff ab. Gleichzeitig steht sie im Bezug zur kaiserlichen Grablege im großen Chor und demonstriert damit die Vorherrschaft des Magdeburger Erzbischofs als Primas Germaniae. Die bei der Stiftung genannte Bezeichnung als Kleiner Chor spricht hier für sich. Siehe auch Mock, Markus Leo: Kunst unter Erzbischof Ernst von Magdeburg, Berlin 2007, S. 93-164. Er erinnert dabei an die ebenfalls im Westen des Meißener Doms errichtete Fürstenkapelle mit dem Stiftergrab im Zentrum sowie vergleichbare Beispiele in Wittenberg und Merseburg.
10
Vergleiche dazu St. Marien, Stendal (um 1480) und Nikolaikirche, Südkapelle, Jüterbog/Brandenburg (1475-88). Auch profane Wohnhäuser können hier vergleichend herangezogen werden wie z.B. Königstr. 28, Lübeck (2. Hälfte 15. Jh.). Eindeutig in der Nachfolge der Ernstkapelle steht die Ausmalung in der Burgkapelle und teilweise der Residenz der Brandenburger Bischöfe in Ziesar, die um 1500 oder 1530/40 datiert wird. Siehe dazu auch Bergstedt, Clemens; Heimann, Heinz-Dieter; Krohm, Hartmut; Sitte, Wilfried (Hrsg.), Die Bischofsresidenz Burg Ziesar und ihre Kapelle. Dokumentation der Wandmalereien im Kontext der spätmittelalterlichen Kunst- und Kulturgeschichte der Mark Brandenburg und angrenzender Regionen, Berlin/Brandenburg 2009.
11
Die nachstehenden Erläuterungen basieren zu wesentlichen Teilen auf den langjährigen, intensiven, wissenschaftlichen Untersuchungen von Dipl.-Rest. Thomas Groll. Ihm gilt besonderer Dank für die Bereitstellung der entsprechend benannten, umfangreichen Informationen zu seiner restauratorischen Tätigkeit und Auseinandersetzung mit dem Magdeburger Dom. Hierzu gehören u.a.  Untersuchungs- und Maßnahmendokumentationen, Ergebnisse naturwissenschaftlicher Analysen, Archivrecherchen, Literaturhinweise, mündliche Informationen, u.v.m.
12
Vergleiche Groll, Thomas: Westwerk, Ernstkapelle. Bemalte Putzflächen der Wände und Gewölbe. Bemerkungen im Zusammenhang mit den aufgetretenen Putzschäden im Jahr 2018, Magdeburg 2019a, S. 1f.
13
Beurteilung durch den Verfasser soweit dies in Fehlstellenbereichen einzusehen war. Vergleiche hierzu Groll, Thomas; Fronk, Kai: Dom. Magdeburg. Ernstkapelle. Gewölbemalerei. Kartierung der hohlliegenden Putzbereiche. Kartierung der Risse; Kartierungsunterlagen und Fotodokumentation der Zustandserfassung als Abbildungen, Magdeburg 2005, Fotodatei IMG_3145.JPG.
14
Speziell zum verwendeten Bindemittel notiert Groll, Thomas: Westwerk, Ernstkapelle. Bemalte Putzflächen der Wände und Gewölbe. Bemerkungen im Zusammenhang mit den aufgetretenen Putzschäden im Jahr 2018, Magdeburg 2019a, S. 2: Ergebnis der wohl 1991 stattgefundenen Bindemitteluntersuchungen in Zusammenarbeit mit der Freien Universität Berlin, Fachbereich Pathologie war eine Ausführung der Malereien als „(…) stark leinölhaltige Tempera.“; Vergleiche auch ergänzend die Analysen in: Kollegium der Restauratoren Berlin REINCKE – MAHLER – DOMBROWKSI, Chemisches Labor Dr. Christian Stadelmann, Untersuchungsbericht vom 25.6.1991, S. 7.
15
Kollegium der Restauratoren Berlin REINCKE – MAHLER – DOMBROWKSI, Chemisches Labor Dr. Christian Stadelmann, Untersuchungsbericht vom 25.6.1991, S. 7.
16
Vergleiche Mock, Markus Leo: Kunst unter Erzbischof Ernst von Magdeburg, Berlin 2007, S. 106f. sowie Vergleiche Groll, Thomas: Westwerk, Ernstkapelle. Bemalte Putzflächen der Wände und Gewölbe. Bemerkungen im Zusammenhang mit den aufgetretenen Putzschäden im Jahr 2018, Magdeburg 2019a, S. 1. Siehe hierzu auch nachstehende Anmerkung.
17
Vergleiche Groll, Thomas: Westwerk, Ernstkapelle. Bemalte Putzflächen der Wände und Gewölbe. Bemerkungen im Zusammenhang mit den aufgetretenen Putzschäden im Jahr 2018, Magdeburg 2019a, S. 1: An dieser Stelle wird über die Maßnahme von 1834 eine abweichende oder zusätzliche Datierung einer derartigen Restaurierung im Vorfeld des 400-jährigen Domjubiläums 1898 ebenso als möglich betrachtet. Grundlage hierfür ist ein Zeitungsartikel, der heute nicht mehr zur Verfügung steht. Des Weiteren wird darauf hingewiesen, dass es sich basierend auf den Erkenntnissen der Untersuchungen von 1990 durch die Verfasser im Wesentlichen um eine Übermalung handelt. Diese sei jedoch sehr nah an die vorhandene Malerei angelehnt, so dass nur einige farbige Veränderungen zur ursprünglichen Gestaltungsintention konstatiert werden konnten.
18
Vergleiche Altaktenbestand (AA) im Archiv des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Halle (Saale), Akten-Nr. 1243/27: Zeitungsartikel Aus der Provinz. Magdeburg, 16. März. Die Malerei in der Ernestinischen Kalle des Domes. von Eiserhardt (Verfasser), in: Magdeburgische Zeitung Nr. 137 vom 16.03.1907 und vergleiche Mock, Markus Leo: Kunst unter Erzbischof Ernst von Magdeburg, Berlin 2007, S. 106f.
19
Vgl. Friedrich, Verena: Magdeburg. Der Dom St. Mauritius und Katharinen, Passau 2014, S. 18 und Institut für Denkmalpflege Halle (Saale) (Hrsg.): Denkmale in Sachsen-Anhalt. Ihre Erhaltung und Pflege in den Bezirken Halle und Magdeburg, erarbeitet im Institut für Denkmalpflege Arbeitsstelle, 2., durchgesehene Auflage, Halle/Weimar 1986, S. 127: Im zweiten Weltkrieg wurden Westfassade und Seitenschiffe beim Bombardement auf Magdeburg schwer in Mitleidenschaft gezogen.
20
Vergleiche Altaktenbestand (AA) im Archiv des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Halle (Saale), Akten-Nr. 1243/34, Rechnung. Für die Ausführung der Restaurierungsarbeiten in der Ernst-Kapelle lt. Kostenvoranschlag vom 1.VI.1955, verfasst von Fritz Leweke am 12.X.1955.; Vergleiche auch Institut für Denkmalpflege Halle (Saale) (Hrsg.): Denkmale in Sachsen-Anhalt. Ihre Erhaltung und Pflege in den Bezirken Halle und Magdeburg, erarbeitet im Institut für Denkmalpflege Arbeitsstelle, 2., durchgesehene Auflage, Halle/Weimar 1986, S. 132-134; Vergleiche Groll, Thomas: Westwerk, Ernstkapelle. Bemalte Putzflächen der Wände und Gewölbe. Bemerkungen im Zusammenhang mit den aufgetretenen Putzschäden im Jahr 2018, S. 1f.
21
Vergleiche Altaktenbestand (AA) im Archiv des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Halle (Saale), Akten-Nr. 1243/44, Vermerk über die Ergebnisse und Inhalte des Praktikums sowie weiterer notwendiger Maßnahmen, verfasst von Dipl.-Rest. Sven Oehmig am 03.10.1986: Dieser beschreibt eine festzustellende weitreichende Überarbeitung der Malereien sowohl im Zuge der Restaurierungsmaßnahmen des 19. Jahrhunderts, als auch 1955.; Vergleiche auch Groll, Thomas: Westwerk, Ernstkapelle. Bemalte Putzflächen der Wände und Gewölbe. Bemerkungen im Zusammenhang mit den aufgetretenen Putzschäden im Jahr 2018, Magdeburg 2019a, S. 1: Datierung der Maßnahmen Oehmigs auf 1988; Außerdem Vergleiche Mock, Markus Leo: Kunst unter Erzbischof Ernst von Magdeburg, Berlin 2007, S. 108: nach LDA Sachsen-Anhalt 2018, S. 59: Es wurde in dieser Zeit über ein restauratorisches Gesamtkonzept bezüglich der spätgotischen Raumausmalung nachgedacht.
22
Groll, Thomas: Westwerk, Ernstkapelle. Bemalte Putzflächen der Wände und Gewölbe. Bemerkungen im Zusammenhang mit den aufgetretenen Putzschäden im Jahr 2018, Magdeburg 2019a, S. 2.
23
Vergleiche Groll, Thomas: Westwerk, Ernstkapelle. Bemalte Putzflächen der Wände und Gewölbe. Bemerkungen im Zusammenhang mit den aufgetretenen Putzschäden im Jahr 2018 Magdeburg 2019a, S. 2.
24
Vergleiche Groll, Thomas; Böttcher, Claudia: Ernstkapelle, Raumfassung, Westwand. Putzreparatur im Bereich statischer Risse, 2018. Kurzbericht, Magdeburg 2018, S. 2 und 20 sowie mündliche Mitteilung am 03.03.2020.

Magdeburg

Dom Ostflügel Klausurtrakt

1
Dehio, Georg: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Sachsen-Anhalt I. Der Bezirk Magdeburg; bearb. v. der Abteilung Forschung des Instituts für Denkmalpflege, Berlin 1974, S. 346-347; Brandl, Heiko; Forster, Christian: Der Dom zu Magdeburg. Band 1: Architektur; Regensburg 2011, S.453-457.
2
Vergleiche Sußmann, Michael: Der Dom zu Magdeburg, Passau 1997, S. 88: Um 1235; Vergleiche Krenzke, Joachim: Kirchen und Klöster zu Magdeburg, Heft 71, 1. Nachdruck; Magdeburg 2000, S. 25: 1250; Vergleiche Bildarchiv Foto Marburg, Aufnahme-Nr. 1.012.305, Online im Internet unter: https://www.bildindex.de/document/obj20667106? medium=mi04770a10, Stand: 30.05.2020: drei Bischöfe datiert 1246-1255 sowie Aufnahme-Nr. FD 135 476, Online im Internet unter: https://www.bildindex.de/document/obj20667108?medium= mi12571b03, Stand: 30.05.2020: Otto und seine beiden Ehefrauen datiert 1230/1240; Vergleiche Klamt, Johann-Christian: Deutsche Malerei. Propyläen Kunstgeschichte. Das Mittelalter II. Das hohe Mittelalter; Otto von Simson (Hrsg.), Berlin 1990, S. 269: Als Reaktion Bischof Wilbrands auf das im Auftrag der Bürgerschaft errichtete Reiterstandbild Ottos I. entstanden (Dat. 1240). Vergleiche Sciurie, Helga: Zur Ikonografie der Putzritzzeichnungen am Magdeburger Domkreuzgang, in: Wandmalerei des Hochfeudalismus im europäisch-byzantinischen Spannungsfeld, Halle-Wittenberg 1983, S. 83: datiert zwischen 1235 (ältere Forschung) und Mitte 13. Jh. (jüngere Forschung). Brandl, Heiko; Forster, Christian: Der Dom zu Magdeburg. Band 1: Architektur; Regensburg 2011, S. 469, datieren die Arbeit in die Mitte des 13. Jahrhunderts. Ebenso Rüber-Schütte, Elisabeth: Zur Wandmalerei des 13. Jahrhunderts im heutigen Sachsen-Anhalt (Puhle, Matthias (Hrsg.), Aufbruch in die Gotik. Der Magdeburger Dom und die späte Stauferzeit. Band I Essays, S. 249, bzw. Band II Katalog. Landesaustellung Sachsen-Anhalt aus Anlass des 800. Domjubiläums, Mainz und Magdeburg 2009), S. 216. Danzl, Thomas: Rüber-Schütte, Elisabeth: Anmerkungen zur spätmittelalterlichen Wandmalerei Sachsen-Anhalts. Ein erster Werkstattbericht, in: Bergstedt, Clemens; Heimann, Heinz-Dieter; Krohm, Hartmut; Sitte, Wilfried (Hrsg.), Die Bischofsresidenz Burg Ziesar und ihre Kapelle. Dokumentation der Wandmalereien im Kontext der spätmittelalterlichen Kunst- und Kulturgeschichte der Mark Brandenburg und angrenzender Regionen, Berlin/Brandenburg 2009, S. 202-225, darin S. 219-223. Danzl, Thomas; Möwald, Carola: Graffito or Sgraffito? – It’s more than this!; in: Sgraffito im Wandel. Materialien, Techniken, Themen und Erhaltung, Tagungsband der internationalen Tagung der HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim in Kooperation mit dem Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege, 2.-4. November 2017 in Hildesheim; Angela Weyer, Kerstin Klein (Hrsg.), Petersberg 2019, S. 83, datieren die Arbeit um 1255.
3
Zu den im Profil wiedergegebenen Fabelwesen: Vergleiche Brandl, Heiko; Forster, Christian: Der Dom zu Magdeburg. Band 1: Architektur; Regensburg 2011, S. 460ff.; Vergleiche Archivbestand des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Foto-Nr. 4016 (1891), ohne Nummer (1892) sowie 4011 (1891, Reproduktion von 1916): Nach Flottwell (zeitgenössische Fotografien und Umzeichnungen) finden sich dort Greifen, Sirenen und Drachen, aber auch Löwe und Hirschkuh. Vergleiche Brandt, C. L.: Der Dom zu Magdeburg. Historische, architektonische und monumentale Beschreibung der Cathedrale; Magdeburg 1863, S. 132: Dieser erkennt hier auch einen Hahn, einen Pfau, einen Fuchs und einen Storch.
4
Wie die kaiserliche Familie sind auch die Erzbischöfe zwischen den Fenstern in Dreiergruppen zusammengefasst, wobei die eingestellten Säulen unterschiedlich verziert sind. Gekürzte Namensangaben kennzeichnen die einzelnen Erzbischöfe.
5
Nach Brandt, C. L.: Der Dom zu Magdeburg. Historische, architektonische und monumentale Beschreibung der Cathedrale; Magdeburg 1863, S. 131f. und Fiorillo, Johann Dominik: Geschichte der zeichnenden Künste in Deutschland und den vereinigten Niederlanden, Band 2, Hannover 1817, S. 179 sollen Anfang des 19. Jahrhunderts noch 19 Bischöfe erkennbar gewesen sein. Dies schließt also ehemals die Darstellung des Erzbischof Burchard ein. Zur Anordnung der Bischöfe: Waschbüsch, Andreas: „beatae memoriae praedecessoris“ – Amtsgeneologie und Stiftergedenken in den Putzritzzeichnungen des Magdeburger Domkreuzgangs; in: Der Magdeburger Dom im Europäischen Kontext; Schenkluhn, Wolfgang; Waschbüsch, Andreas (Hrsg.), Beiträge des internationalen wissenschaftlichen Kolloquiums zum 800jährigen Domjubiläum in Magdeburg vom 1. bis 4. Oktober 2009, Regensburg 2012, S. 320. Die Namen und Regierungsdaten: Liste der Erzbischöfe und Bischöfe von Magdeburg, Online im Internet unter: https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Erzbisch %C3%B6fe_und_Bisch%C3%B6fe_von_Magdeburg, Stand: 20.06.2020. Ob Wilbrand und auch Rudolf tatsächlich noch dargestellt wurden, ist unsicher. Für Rudolf wäre dies eher zu bezweifeln, wenn man an einer Datierung unter dessen Vorgänger Wilbrand festhält. Bei Brandl, Heiko; Forster, Christian: Der Dom zu Magdeburg. Band 1: Architektur; Regensburg 2011, S. 469, werden die unterschiedlichen Auffassungen der Literatur zusammengefasst und das Ende offen gelassen. Letztendlich dürfte die Datierung hier einen Schlusspunkt setzen.
6
Als Gegenerzbischof zu letzterem fungierte von 1085-1088 der gleichnamige Hartwig, Abt von Hersfeld.
7
Es muss offen bleiben, ob die folgenden Bischöfe Wilbrand von Käfernburg (1235-53) und Rudolf von Dingelstädt (1254-60) auch abgebildet waren, zumal Rudolf der Datierung um 1240 widersprechen würde.
8
Älter ist noch die von der Fassade des Klösterlein Zelle im Erzgebirge abgenommene und heute in Kloster Altzella bei Nossen (Sachsen) präsentierte Putzritzung, die um 1235 datiert wird. Siehe Danzl, Thomas; Möwald, Carola: Graffito or Sgraffito? – It’s more than this!; in: Sgraffito im Wandel. Materialien, Techniken, Themen und Erhaltung, Tagungsband der internationalen Tagung der HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim in Kooperation mit dem Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege, 2.-4. November 2017 in Hildesheim; Angela Weyer, Kerstin Klein (Hrsg.), Petersberg 2019, S. 82f. Dagegen stehen die Putzritzungen an der Magdeburger Johanniskirche in der Nachfolge zu denen im Domkreuzgang.
9
Zur Technik siehe Danzl, Thomas; Möwald, Carola: Graffito or Sgraffito? – It’s more than this!; in: Sgraffito im Wandel. Materialien, Techniken, Themen und Erhaltung, Tagungsband der internationalen Tagung der HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim in Kooperation mit dem Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege, 2.-4. November 2017 in Hildesheim; Angela Weyer, Kerstin Klein (Hrsg.), Petersberg 2019, S. 77-93. Bereits Fiorillo, Johann Dominik: Geschichte der zeichnenden Künste in Deutschland und den vereinigten Niederlanden, Band 2, Hannover 1817, S. 179f, stellt die in den frischen Putz gearbeiteten „Zeichnungen“ in die Nähe zu den in Magdeburg Arbeiten der Formschneidekunst (Druckstöcken für Einblattholzschnitte, z.B. für Spielkarten), aber auch zu Ritzgrabsteine (Grabplatten mit figürlichen Ritzungen im Stein) und gegossenen Bronzeplatten.
10
Deutlich sichtbar sind die Ähnlichkeiten zwischen Otto und Adelheid sowie Herodes und Herodias an der Nordchorwand des Braunschweiger Doms (vergleichbarer Thron mit Rundbogenlehne, Velum über dem Thron, Sitzhaltung der Herodias und ähnlich bei Herodes, wenn auch nicht ganz frontal wie Otto). Große Nähe besteht auch zur Katharinenkapelle des Klosters Marienberg in Helmstedt (3. Viertel 13. Jh.) und den Malereien in der Krypta der Quedlinburger Stiftskirche.
11
Z.B. Friedrich Barbarossa thronend zwischen seinen beiden stehenden Söhnen in der Welfenchronik aus Weingarten (um 1190, Hessische Landesbibliothek Fulda).
12
So an Fenstern im Straßburger Münster (um 1180/90) oder der Abteikirche St. Remy in Reims (letztes Drittel 12. Jh.). Gerne wurden diese auch an Schreinen abgebildet (Annoschrein (St. Michael, Siegburg, um 1183); am Karlsschrein (Dom Aachen, um 1215 fertiggestellt) werden dagegen statt Heiligen oder Bischöfen karolingische bis staufische Kaiser wiedergegeben). Siehe dazu auch Lutze, Klaus: Das Taufbecken im Dom zu Salzburg (Gesellschaft für Salzburger Landeskunde, S. 27-51; Download unter www.zobodat.at). Auch Nilgen, Ursula: Amtsgenealogie und Amtsheiligkeit. Königs- und Bischofsreihen in der Kunstpropaganda des Mittelalters (Festschrift Florenthine Mütherich, München 1985), S. 217-234. Vergleiche Sciurie, Helga: Zur Ikonografie der Putzritzzeichnungen am Magdeburger Domkreuzgang, in: Wandmalerei des Hochfeudalismus im europäisch-byzantinischen Spannungsfeld, Halle-Wittenberg 1983, S. 83-95.
13
Die nachstehenden Erläuterungen basieren zu wesentlichen Teilen auf den langjährigen, intensiven, wissenschaftlichen Untersuchungen von Dipl.-Rest. Thomas Groll. Ihm gilt besonderer Dank für die Bereitstellung der entsprechend benannten, umfangreichen Informationen zu seiner restauratorischen Tätigkeit und Auseinandersetzung mit dem Magdeburger Dom. Hierzu gehören u.a.  Untersuchungs- und Maßnahmendokumentationen, Ergebnisse naturwissenschaftlicher Analysen, Archivrecherchen, Literaturhinweise, mündliche Informationen, u.v.m.
14
Im Zuge der DBU- und BMFT-Forschungsprojekte der 1990er Jahre, der Diplomarbeit von Franka Bindernagel 2006 und den maßnahmenbegleitenden Untersuchungen durch Dipl.-Rest. Thomas Groll seit 1993, konnten herstellungstechnische Aspekte durch gezielte wissenschaftliche Bestandsbewertung und naturwissenschaftliche Analysen präzisiert werden. Die aus den genannten Maßnahmen hervorgegangen Quellen stellen ebenfalls die Basis für nachfolgende Erläuterungen dar.
15
Vergleiche Danzl, Thomas Dr.; Rüber-Schütte, Elisabeth Dr.: Anmerkungen zur spätmittelalterlichen Wandmalerei in Sachsen-Anhalt. Ein erster Werkstattbericht; in: Die Bischofsresidenz Burg Ziesar und ihre Kapelle. Dokumentation der Wandmalereien im Kontext der spätmittelalterlichen Kunst- und Kulturgeschichte der Mark Brandenburg und angrenzender Regionen, Bergstedt, Clemens; Heimann, Heinz-Dieter; Krohm, Hartmut; Sitte, Wilfried (Hrsg.) Berlin/Brandenburg 2009, S. 219f. und vergleiche John, Jacob Leonard: Die mittelalterlichen Putzritzungen im Magdeburger Dom. Restauratorische Bestands- und Zustandserfassung. Erarbeitung eines umfassenden Präsentationskonzeptes unter konservatorischen und restauratorischen Gesichtspunkten, Diplomarbeit an der Hochschule für Bildende Künste Dresden, Studiengang Kunsttechnologie, Konservierung und Restaurierung von Kunst- und Kulturgut, Fachklasse Wandmalerei und Architekturfarbigkeit, Referent: Prof. Dr. Thomas Danzl, Korreferent: Dipl.-Rest. Torsten Arnold, Dresden 2016, S. 20f.
16
Vergleiche Böttger, Karl Georg: Mörtel für die Erhaltung historischer Kalkputze: Haftmörtel, Hinterfüllmörtel und Kalkputze, Dissertation zur Erlangung des akademischen Grades Doktor-Ingenieur an der Fakultät Bauingenieurswesen der Bauhaus-Universität Weimar, Gutachter: 1. Prof. Dr. J. Stark, 2. Prof. Dr. D. Knöfel, 3. Prof. Dr. H. Budelmann, Weimar 1997, S. 70ff.; Vergleiche Bindernagel, Franka: Die Putzritzungen auf der Außenfassade des östlichen Kreuzgangflügels im Magdeburger Dom. Erarbeitung eines Konservierungs- und Restaurierungskonzepts für eine mehrfach restaurierte Fassadengestaltung aus dem 13. Jahrhundert, Diplomarbeit 2005-2006 an der Hochschule für Bildende Künste Dresden, Studiengang Kunsttechnologie, Konservierung und Restaurierung von Kunst- und Kulturgut, Fachklasse Wandmalerei und Architekturfarbigkeit, Referent: Prof. Heinz Leitner, Koreferent: Prof. Dr. Heiner Siedel, Praxisbetreuer: Dr. Thomas Danzl, Dresden 2006, S. 24f.; Vergleiche John, Jacob Leonard: Die mittelalterlichen Putzritzungen im Magdeburger Dom. Restauratorische Bestands- und Zustandserfassung. Erarbeitung eines umfassenden Präsentationskonzeptes unter konservatorischen und restauratorischen Gesichtspunkten, Diplomarbeit an der Hochschule für Bildende Künste Dresden, Studiengang Kunsttechnologie, Konservierung und Restaurierung von Kunst- und Kulturgut, Fachklasse Wandmalerei und Architekturfarbigkeit, Referent: Prof. Dr. Thomas Danzl, Korreferent: Dipl.-Rest. Torsten Arnold, Dresden 2016, S. 20.
17
Vergleiche Bindernagel, Franka: Die Putzritzungen auf der Außenfassade des östlichen Kreuzgangflügels im Magdeburger Dom. Erarbeitung eines Konservierungs- und Restaurierungskonzepts für eine mehrfach restaurierte Fassadengestaltung aus dem 13. Jahrhundert, Diplomarbeit 2005-2006 an der Hochschule für Bildende Künste Dresden, Studiengang Kunsttechnologie, Konservierung und Restaurierung von Kunst- und Kulturgut, Fachklasse Wandmalerei und Architekturfarbigkeit, Referent: Prof. Heinz Leitner, Koreferent: Prof. Dr. Heiner Siedel, Praxisbetreuer: Dr. Thomas Danzl, Dresden 2006, S. 25f.
18
Vergleiche Bindernagel, Franka: Die Putzritzungen auf der Außenfassade des östlichen Kreuzgangflügels im Magdeburger Dom. Erarbeitung eines Konservierungs- und Restaurierungskonzepts für eine mehrfach restaurierte Fassadengestaltung aus dem 13. Jahrhundert, Diplomarbeit 2005-2006 an der Hochschule für Bildende Künste Dresden, Studiengang Kunsttechnologie, Konservierung und Restaurierung von Kunst- und Kulturgut, Fachklasse Wandmalerei und Architekturfarbigkeit, Referent: Prof. Heinz Leitner, Koreferent: Prof. Dr. Heiner Siedel, Praxisbetreuer: Dr. Thomas Danzl, Dresden 2006, S. 26 und Anhang I, S. 28.und Vergleiche John, Jacob Leonard: Die mittelalterlichen Putzritzungen im Magdeburger Dom. Restauratorische Bestands- und Zustandserfassung. Erarbeitung eines umfassenden Präsentationskonzeptes unter konservatorischen und restauratorischen Gesichtspunkten, Diplomarbeit an der Hochschule für Bildende Künste Dresden, Studiengang Kunsttechnologie, Konservierung und Restaurierung von Kunst- und Kulturgut, Fachklasse Wandmalerei und Architekturfarbigkeit, Referent: Prof. Dr. Thomas Danzl, Korreferent: Dipl.-Rest. Torsten Arnold, Dresden 2016, S. 16 sowie Vergleiche Danzl, Thomas Dr.; Möwald, Carola: Graffito or Sgraffito? – It’s more than this!; in: Sgraffito im Wandel. Materialien, Techniken, Themen und Erhaltung, Tagungsband der internationalen Tagung der HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim in Kooperation mit dem Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege, 2.-4. November 2017 in Hildesheim; Angela Weyer, Kerstin Klein (Hrsg.), Petersberg 2019,, S. 83.
19
Vergleiche Danzl, Thomas Dr.; Möwald, Carola: Graffito or Sgraffito? – It’s more than this!; in: Sgraffito im Wandel. Materialien, Techniken, Themen und Erhaltung, Tagungsband der internationalen Tagung der HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim in Kooperation mit dem Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege, 2.-4. November 2017 in Hildesheim; Angela Weyer, Kerstin Klein (Hrsg.), Petersberg 2019,, S. 78; Vergleiche John, Jacob Leonard: Die mittelalterlichen Putzritzungen im Magdeburger Dom. Restauratorische Bestands- und Zustandserfassung. Erarbeitung eines umfassenden Präsentationskonzeptes unter konservatorischen und restauratorischen Gesichtspunkten, Diplomarbeit an der Hochschule für Bildende Künste Dresden, Studiengang Kunsttechnologie, Konservierung und Restaurierung von Kunst- und Kulturgut, Fachklasse Wandmalerei und Architekturfarbigkeit, Referent: Prof. Dr. Thomas Danzl, Korreferent: Dipl.-Rest. Torsten Arnold, Dresden 2016, S. 16.
20
Vergleiche Groll, Thomas: Zwischenbericht zum Stand der Arbeiten am neu entdeckten Fragment der Putzritzungen, archiviert im Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Find-Nr. RE10948, Magdeburg 2012, S. 3f.; Vergleiche Danzl, Thomas Dr.; Möwald, Carola: Graffito or Sgraffito? – It’s more than this!; in: Sgraffito im Wandel. Materialien, Techniken, Themen und Erhaltung, Tagungsband der internationalen Tagung der HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim in Kooperation mit dem Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege, 2.-4. November 2017 in Hildesheim; Angela Weyer, Kerstin Klein (Hrsg.), Petersberg 2019,, S. 83; Vergleiche Brandl, Heiko; Forster, Christian: Der Dom zu Magdeburg. Band 1: Architektur; Regensburg 2011, S. 466; Vergleiche Bindernagel, Franka: Die Putzritzungen auf der Außenfassade des östlichen Kreuzgangflügels im Magdeburger Dom. Erarbeitung eines Konservierungs- und Restaurierungskonzepts für eine mehrfach restaurierte Fassadengestaltung aus dem 13. Jahrhundert, Diplomarbeit 2005-2006 an der Hochschule für Bildende Künste Dresden, Studiengang Kunsttechnologie, Konservierung und Restaurierung von Kunst- und Kulturgut, Fachklasse Wandmalerei und Architekturfarbigkeit, Referent: Prof. Heinz Leitner, Koreferent: Prof. Dr. Heiner Siedel, Praxisbetreuer: Dr. Thomas Danzl, Dresden 2006, S. 27; Vergleiche John, Jacob Leonard: Die mittelalterlichen Putzritzungen im Magdeburger Dom. Restauratorische Bestands- und Zustandserfassung. Erarbeitung eines umfassenden Präsentationskonzeptes unter konservatorischen und restauratorischen Gesichtspunkten, Diplomarbeit an der Hochschule für Bildende Künste Dresden, Studiengang Kunsttechnologie, Konservierung und Restaurierung von Kunst- und Kulturgut, Fachklasse Wandmalerei und Architekturfarbigkeit, Referent: Prof. Dr. Thomas Danzl, Korreferent: Dipl.-Rest. Torsten Arnold, Dresden 2016, S. 16.
21
Ausführliche Aufarbeitung findet sich in: Brandl, Heiko; Forster, Christian: Der Dom zu Magdeburg. Band 1: Architektur; Regensburg 2011, S. 462ff.; Bindernagel, Franka: Die Putzritzungen auf der Außenfassade des östlichen Kreuzgangflügels im Magdeburger Dom. Erarbeitung eines Konservierungs- und Restaurierungskonzepts für eine mehrfach restaurierte Fassadengestaltung aus dem 13. Jahrhundert, Diplomarbeit 2005-2006 an der Hochschule für Bildende Künste Dresden, Studiengang Kunsttechnologie, Konservierung und Restaurierung von Kunst- und Kulturgut, Fachklasse Wandmalerei und Architekturfarbigkeit, Referent: Prof. Heinz Leitner, Koreferent: Prof. Dr. Heiner Siedel, Praxisbetreuer: Dr. Thomas Danzl, Dresden 2006, S. 13ff.; John, Jacob Leonard: Die mittelalterlichen Putzritzungen im Magdeburger Dom. Restauratorische Bestands- und Zustandserfassung. Erarbeitung eines umfassenden Präsentationskonzeptes unter konservatorischen und restauratorischen Gesichtspunkten, Diplomarbeit an der Hochschule für Bildende Künste Dresden, Studiengang Kunsttechnologie, Konservierung und Restaurierung von Kunst- und Kulturgut, Fachklasse Wandmalerei und Architekturfarbigkeit, Referent: Prof. Dr. Thomas Danzl, Korreferent: Dipl.-Rest. Torsten Arnold, Dresden 2016, S. 7ff.
22
Vergleiche hierzu speziell Brandl, Heiko; Forster, Christian: Der Dom zu Magdeburg. Band 1: Architektur; Regensburg 2011, S. 462.
23
Ausgeführt u.a. durch Albert Leusch (1877–1954), Kunstmaler, Restaurator und Gründer der ersten Restaurierungswerkstatt der Denkmalpflege in der Provinz Sachsen, Werkstattleiter 1925 bis 1945. Vergleiche hierzu: Danz, Karoline: Die hallesche Restaurierungswerkstatt unter Albert Leusch. Zur Geschichte der Restaurierung in der Denkmalpflege der Provinz Sachsen 1925-1945; Rüber-Schütte, Elisabeth/Wendland, Ulrike (Hrsg.), S. 14-19 und 24-29, Halle (Saale) 2012.
24
Archivbestand des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Altakten-Nr. 1243/31, Übersicht über die Luftschutzmaßnahmen für Kunstdenkmale im Regierungsbezirk Magdeburg, S. 3.
25
Vergleiche Brandl, Heiko; Forster, Christian: Der Dom zu Magdeburg. Band 1: Architektur; Regensburg 2011, S. 463; Vergleiche Institut für Denkmalpflege Halle (Saale): Denkmale in Sachsen-Anhalt. Ihre Erhaltung und Pflege in den Bezirken Halle und Magdeburg, erarbeitet im Institut für Denkmalpflege Arbeitsstelle, 2., durchgesehene Auflage, Halle/Weimar 1986, S. 545; Vergleiche Schriftverkehr dieses Zeitabschnitts in Archivbestand des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Altakten-Nr. 1243/36-42 und Find-Nr. RE365.
26
Bindernagel, Franka: Die Putzritzungen auf der Außenfassade des östlichen Kreuzgangflügels im Magdeburger Dom. Erarbeitung eines Konservierungs- und Restaurierungskonzepts für eine mehrfach restaurierte Fassadengestaltung aus dem 13. Jahrhundert, Diplomarbeit 2005-2006 an der Hochschule für Bildende Künste Dresden, Studiengang Kunsttechnologie, Konservierung und Restaurierung von Kunst- und Kulturgut, Fachklasse Wandmalerei und Architekturfarbigkeit, Referent: Prof. Heinz Leitner, Koreferent: Prof. Dr. Heiner Siedel, Praxisbetreuer: Dr. Thomas Danzl, Dresden 2006.
27
Vergleiche hierzu John, Jacob Leonard: Die mittelalterlichen Putzritzungen im Magdeburger Dom. Restauratorische Bestands- und Zustandserfassung. Erarbeitung eines umfassenden Präsentationskonzeptes unter konservatorischen und restauratorischen Gesichtspunkten, Diplomarbeit an der Hochschule für Bildende Künste Dresden, Studiengang Kunsttechnologie, Konservierung und Restaurierung von Kunst- und Kulturgut, Fachklasse Wandmalerei und Architekturfarbigkeit, Referent: Prof. Dr. Thomas Danzl, Korreferent: Dipl.-Rest. Torsten Arnold, Dresden 2016, S. 12.
28
Vergleiche hierzu John, Jacob Leonard: Die mittelalterlichen Putzritzungen im Magdeburger Dom. Restauratorische Bestands- und Zustandserfassung. Erarbeitung eines umfassenden Präsentationskonzeptes unter konservatorischen und restauratorischen Gesichtspunkten, Diplomarbeit an der Hochschule für Bildende Künste Dresden, Studiengang Kunsttechnologie, Konservierung und Restaurierung von Kunst- und Kulturgut, Fachklasse Wandmalerei und Architekturfarbigkeit, Referent: Prof. Dr. Thomas Danzl, Korreferent: Dipl.-Rest. Torsten Arnold, Dresden 2016, S. 12: Inhalte der Konservierung/Restaurierung waren u.a. Festigung, Entfernung älterer Putzergänzungen, Laserreinigung, Putzergänzung. Vergleiche auch Groll, Thomas: Zwischenbericht zum Stand der Arbeiten am neu entdeckten Fragment der Putzritzungen, archiviert im Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Find-Nr. RE10948, Magdeburg 2012.
29
John, Jacob Leonard: Die mittelalterlichen Putzritzungen im Magdeburger Dom. Restauratorische Bestands- und Zustandserfassung. Erarbeitung eines umfassenden Präsentationskonzeptes unter konservatorischen und restauratorischen Gesichtspunkten, Diplomarbeit an der Hochschule für Bildende Künste Dresden, Studiengang Kunsttechnologie, Konservierung und Restaurierung von Kunst- und Kulturgut, Fachklasse Wandmalerei und Architekturfarbigkeit, Referent: Prof. Dr. Thomas Danzl, Korreferent: Dipl.-Rest. Torsten Arnold, Dresden 2016.

Magdeburg

Dom Redekinkapelle

1
Vergleiche Archivbestand des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Foto-Nr. 21355, Zustand des Gewölbes mit Putzfehlstellen von 1969; Vergleiche Groll, Thomas et al.: Redekinkapelle. Wandmalerei. Konservierungs- und Pflegemaßnahmen 2010; Kurzbericht zum Zustand und ausgeführten Maßnahmen, Magdeburg 2010, S. 6.
2
Germania Sacra, Personenregister, zu biografischen Angaben des Domdekans vom Magdeburger Domstift: Johann von Redekin. Online im Internet unter: http://germania-sacra-datenbank.uni-goettingen.de/persons/view/292548, Stand: 23.3.2020.
3
Landeshauptarchiv Sachsen-Anhalt Magdeburg, Find-Nr. Rep. U 1 XVIII, Nr. 30a, 31 und 33, Urkunde des von Erzbischofs Günther und des Domkapitels zur Altarstiftung vom 13. Januar 1405; Vergleiche Rosenfeld, Felix; Hamann, Richard: Der Magdeburger Dom. Beiträge zur Geschichte und Ästhetik mittelalterlicher Architektur, Ornamentik und Skulptur, Berlin 1910, S. 147 mit Anmerkung 89: Zitat der Urkunde.
4
Forster, Christian: Überlegungen zu den Vorgängerbauten des Remters am Dom; in: Aufgedeckt II. Archäologie in Sachsen-Anhalt, Meller, Harald et al. (Hrsg.), Sonderband 13, Halle (Saale) 2009, S. 197-220.
5
Mülverstedt, George Adalbert von: Ueber Fresko-Gemälde in einer Neben-Capelle des Doms zu Magdeburg und die v. Redekin im Lande Jerichow, in: Geschichtsblätter für Stadt und Land Magdeburg 3, Magdeburg 1868, S. 1; Brandl, Heiko; Forster, Christian: Der Dom zu Magdeburg. Band 1: Architektur, Regensburg 2011, S. 527.
6
Redekin war seit 1391 Domherr, ab 1401 Domdekan und wurde 1420 in seiner Kapelle bestattet. Vergleiche: Mülverstedt, George Adalbert von: Ueber Fresko-Gemälde in einer Neben-Capelle des Doms zu Magdeburg und die v. Redekin im Lande Jerichow, in: Geschichtsblätter für Stadt und Land Magdeburg 3, Magdeburg 1868, S. 6, 8 und 13; Krenzke, Joachim: Kirchen und Klöster zu Magdeburg, Heft 71, 1. Nachdruck; Magdeburg 2000, S. 25; Dehio, Georg: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Sachsen-Anhalt I. Der Bezirk Magdeburg, bearb. v. der Abteilung Forschung des Instituts für Denkmalpflege, München/Berlin 1974, (Nachdruck 1990), S. 272 und 276; Dehio, Georg: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Sachsen-Anhalt I. Regierungsbezirk Magdeburg, bearb. v. Uwe Bednarz, Folkhard Cremer u.a., München-Berlin 2002, S. 551; Staatliche Museen zu Berlin (Hrsg.): Restaurierte Kunstwerke in der Deutschen Demokratischen Republik. Ausstellung im Alten Museum, Staatliche Museen zu Berlin 1980, Leipzig 1979, S. 233. Danzl, Thomas: Rüber-Schütte, Elisabeth: Anmerkungen zur spätmittelalterlichen Wandmalerei Sachsen-Anhalts. Ein erster Werkstattbericht, in: Bergstedt, Clemens; Heimann, Heinz-Dieter; Krohm, Hartmut; Sitte, Wilfried (Hrsg.), Die Bischofsresidenz Burg Ziesar und ihre Kapelle. Dokumentation der Wandmalereien im Kontext der spätmittelalterlichen Kunst- und Kulturgeschichte der Mark Brandenburg und angrenzender Regionen, Berlin/Brandenburg 2009, S. 209f. Brandl, Heiko: Forster, Christian: Der Dom zu Magdeburg, Band 1: Architektur, Regensburg 2011, S. 525, 527 und 529.
7
Laut Brandl, Heiko: Forster, Christian: Der Dom zu Magdeburg, Band 1: Architektur, Regensburg 2011, S. 528, wird die Apostelschar von Paulus angeführt, die gegenüberliegende dann von Petrus. Entsprechend auch bei Danzl, Thomas: Rüber-Schütte, Elisabeth: Anmerkungen zur spätmittelalterlichen Wandmalerei Sachsen-Anhalts. Ein erster Werkstattbericht, in: Bergstedt, Clemens; Heimann, Heinz-Dieter; Krohm, Hartmut; Sitte, Wilfried (Hrsg.), Die Bischofsresidenz Burg Ziesar und ihre Kapelle. Dokumentation der Wandmalereien im Kontext der spätmittelalterlichen Kunst- und Kulturgeschichte der Mark Brandenburg und angrenzender Regionen, Berlin/Brandenburg 2009, S. 209.
8
Interessant ist, dass unter den Verdammten alle Stände zu erkennen sind, darunter auch Geistliche. Besonders hervorgehoben wird allerdings eine nackte alte Frau, die ein Teufel mit sich trägt.
9
Evtl. lassen sich auf den Treppenstufen die Füße des Apostels Petrus identifizieren, wie Brandl, Heiko: Forster, Christian: Der Dom zu Magdeburg, Band 1: Architektur, Regensburg 2011, S. 528 annehmen.
10
Aufgrund des fragmentarisch erhaltenen Bestandes kann hier keine sichere Aussage getroffen werden.
11
Vergleiche Mülverstedt, George Adalbert von: Ueber Fresko-Gemälde in einer Neben-Capelle des Doms zu Magdeburg und die v. Redekin im Lande Jerichow, in: Geschichtsblätter für Stadt und Land Magdeburg 3, Magdeburg 1868, S. 5: Mülverstedt konnte hier rechts noch in Resten das Fegefeuer sehen, und erkannte links das Seelenbad.
12
Das Wappen mit gelbem Querbalken, darüber weiß, und darunter sechs schwarz-weißen Schrägbalken ist als das der Familie Redekin identifiziert. Siehe Mülverstedt, George Adalbert von: Ueber Fresko-Gemälde in einer Neben-Capelle des Doms zu Magdeburg und die v. Redekin im Lande Jerichow, in: Geschichtsblätter für Stadt und Land Magdeburg 3, Magdeburg 1868, S. 6f und 8. Brandl, Heiko: Forster, Christian: Der Dom zu Magdeburg, Band 1: Architektur, Regensburg 2011, S.527. Siehe auch: Institut für Denkmalpflege Halle (Saale) (Hrsg.): Denkmale in Sachsen-Anhalt. Ihre Erhaltung und Pflege in den Bezirken Halle und Magdeburg, erarbeitet im Institut für Denkmalpflege Arbeitsstelle, 2., durchgesehene Auflage, Halle/Weimar 1986, S. 341.
13
Vergleiche hierzu Institut für Denkmalpflege Halle (Saale) (Hrsg.): Denkmale in Sachsen-Anhalt. Ihre Erhaltung und Pflege in den Bezirken Halle und Magdeburg, erarbeitet im Institut für Denkmalpflege Arbeitsstelle, 2., durchgesehene Auflage, Halle/Weimar 1986, S. 341; Vergleiche außerdem Mülverstedt, George Adalbert von: Ueber Fresko-Gemälde in einer Neben-Capelle des Doms zu Magdeburg und die v. Redekin im Lande Jerichow, in: Geschichtsblätter für Stadt und Land Magdeburg 3, Magdeburg 1868, S. 6: Dieser beschreibt die Köpfe eines Mannes und einer Frau jeweils mit Heiligenschein. Nach Brandl, Heiko: Forster, Christian: Der Dom zu Magdeburg, Band 1: Architektur, Regensburg 2011, S.529 sollen es die Heiligen Severus und Dorothea gewesen sein. Deiters, Maria, Kunst um 1400 im Erzstift Magdeburg. Studien zur Rekonstruktion eines verlorenen Zentrums, Berlin 2006, benennt in einer Umzeichnung (Abb. im Inventarband, S. 527) den Kopf mit Severin.
14
Gemalte Kriechblumen finden sich auch am Bogenlauf vor dem Fenstergewände der Ostwand. Daneben scheinen alle Wandmalereien ursprünglich mit einem feinen weißen Rundbogenfries mit Nasen und Kreuzenden am Übergang zum Gewölbe verziert gewesen sein, die sich nur noch in Resten an der Ost- und Westwand erhalten haben.
15
Siehe Brandl, Heiko: Forster, Christian: Der Dom zu Magdeburg, Band 1: Architektur, Regensburg 2011, S. 529. Die Posaunen und Leidenswerkzeuge sind nicht willkürlich in den Gewölbefeldern verteilt, sondern die Anordnung nimmt jeweils Bezug auf das darunter liegende Wandfeld (Nord- und Südwand) bzw. auf den nicht erhaltenen Altar an der Ostwand und dessen Funktion für die Messfeier. Die nicht erhaltene Bemalung der Südwand lässt sich anhand der Arma Christi (Nägel und Schwammstab) als Kreuzigungsszene rekonstruieren.
16
Nach Brandl, Heiko: Forster, Christian: Der Dom zu Magdeburg, Band 1: Architektur, Regensburg 2011, S. 529f, ist neben einem der böhmischen Hofkunst nahe stehendem Maler ein zweiter tätig, der von westfälisch-niedersächsischer Kunst geprägt ist. Es kann angenommen werden, dass diese Werkstattgemeinschaft mindestens zwei Jahrzehnte in Magdeburg ansässig wurde. Siehe dazu auch Deiters, Maria, Kunst um 1400 im Erzstift Magdeburg. Studien zur Rekonstruktion eines verlorenen Zentrums, Berlin 2006, 77-103. Auch Danzl, Thomas: Rüber-Schütte, Elisabeth: Anmerkungen zur spätmittelalterlichen Wandmalerei Sachsen-Anhalts. Ein erster Werkstattbericht, in: Bergstedt, Clemens; Heimann, Heinz-Dieter; Krohm, Hartmut; Sitte, Wilfried (Hrsg.), Die Bischofsresidenz Burg Ziesar und ihre Kapelle. Dokumentation der Wandmalereien im Kontext der spätmittelalterlichen Kunst- und Kulturgeschichte der Mark Brandenburg und angrenzender Regionen, Berlin/Brandenburg 2009, S. 210.
17
Die nachstehenden Erläuterungen basieren zu wesentlichen Teilen auf den langjährigen, intensiven, wissenschaftlichen Untersuchungen von Dipl.-Rest. Thomas Groll. Ihm gilt besonderer Dank für die Bereitstellung der entsprechend benannten, umfangreichen Informationen zu seiner restauratorischen Tätigkeit und Auseinandersetzung mit dem Magdeburger Dom. Hierzu gehören u.a.  Untersuchungs- und Maßnahmendokumentationen, Ergebnisse naturwissenschaftlicher Analysen, Archivmaterial und –recherchen sowie die Bereitstellung des 1998 durch H.-P. Schmidt erstellten Gutachtens, Literaturhinweise, mündliche Informationen, u.v.m.
18
Vergleiche Groll, Thomas et al.: Redekinkapelle. Wandmalerei. Konservierungs- und Pflegemaßnahmen 2010; Kurzbericht zum Zustand und ausgeführten Maßnahmen, Magdeburg 2010, S. 7 und S. 11: An dieser Stelle werden naturwissenschaftliche Analysen des Instituts für Denkmalpflege, Arbeitsstelle Halle, die durch Helmut Materna ausgeführt wurden, rezipiert.
19
Vergleiche Staatliche Museen zu Berlin (Hrsg.): Restaurierte Kunstwerke in der Deutschen Demokratischen Republik. Ausstellung im Alten Museum, Staatliche Museen zu Berlin 1980, Leipzig 1979, S. 233; Vergleiche Schmidt, Heinz-Peter: Restauratorisches Gutachten über die Wand- und Deckenbilder in der Redekinkapelle. Magdeburger Dom. Mai 1998; unveröffentlichtes Gutachten in Kopie, Groß Rodensleben 1998, S. 1 sowie die durch ihn noch erschließbaren und teils im Gutachten abgelichteten Dokumente Konrad Riemanns von 1970: „(…) Kellenglattputz mit Kalkschlemmengrundierung (…)“; Vergleiche Groll, Thomas et al.: Redekinkapelle. Wandmalerei. Konservierungs- und Pflegemaßnahmen 2010; Kurzbericht zum Zustand und ausgeführten Maßnahmen, Magdeburg 2010, S. 6: „(…) ein vermutlich gipshaltiger Kalkputz und darauf eine unpigmentierte Kalktünche.“ A. a. St. konstatiert er, dass es sich auch um durch Umwandlungsprozesse entstandenen Gips handeln könne. Er bezieht sich hier auf die Analysen Helmut Maternas von 1969, deren Ergebnisse auf S. 11 des Berichtes zusammengefasst werden und im Original nicht mehr vorliegen.
20
Vergleiche Institut für Denkmalpflege Halle (Saale) (Hrsg.): Denkmale in Sachsen-Anhalt. Ihre Erhaltung und Pflege in den Bezirken Halle und Magdeburg, erarbeitet im Institut für Denkmalpflege Arbeitsstelle, 2., durchgesehene Auflage, Halle/Weimar 1986, S. 341; Vergleiche Staatliche Museen zu Berlin (Hrsg.): Restaurierte Kunstwerke in der Deutschen Demokratischen Republik. Ausstellung im Alten Museum, Staatliche Museen zu Berlin 1980, Leipzig 1979, S. 234.
21
Vergleiche hierzu auch Nickel, Heinrich L.: Mittelalterliche Wandmalerei in der DDR. In Zusammenarbeit mit Gerd Baier, Gerhard Femmel und Karl-Max Kober, Leipzig 1979, S. 263; Sußmann, Michael: Der Dom zu Magdeburg, Passau 1997, S. 85: dieser stellt einen Vergleich zur Buchmalerei her.
22
Überliefert wurde die Maltechnik dem Stil der Zeit entsprechend als Fresko. Vergleiche hierzu Schmidt, Heinz-Peter: Restauratorisches Gutachten über die Wand- und Deckenbilder in der Redekinkapelle. Magdeburger Dom. Mai 1998; unveröffentlichtes Gutachten in Kopie, Groß Rodensleben 1998, S. 1 und Sußmann, Michael: Der Dom zu Magdeburg, Passau 1997, S. 85; Vergleiche auch Dehio, Georg: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Sachsen-Anhalt I. Der Bezirk Magdeburg, bearb. v. Abteilung Forschung des Instituts für Denkmalpflege, München/Berlin 1974, (Nachdruck 1990), S. 272; Mülverstedt, George Adalbert von: Ueber Fresko-Gemälde in einer Neben-Capelle des Doms zu Magdeburg und die v. Redekin im Lande Jerichow, in: Geschichtsblätter für Stadt und Land Magdeburg 3, Magdeburg 1868, S. 3. Vergleiche Staatliche Museen zu Berlin (Hrsg.): Restaurierte Kunstwerke in der Deutschen Demokratischen Republik. Ausstellung im Alten Museum, Staatliche Museen zu Berlin 1980, Leipzig 1979, S. 234ff.: Die Bearbeiter der Restaurierungsmaßnahmen 1969/1970 beschreiben sie als Kalkmalerei auf frischem Putz. Gemeint ist hier vermutlich die Technik der Kalkfreskomalerei. Vergleiche auch Brandl, Heiko; Forster, Christian: Der Dom zu Magdeburg. Band 1: Architektur; Regensburg 2011, S. 527.

Vergleiche dagegen hierzu die Aussagen zu eingesehenen handschriftlichen Notizen Konrad Riemanns von 1969/1970 durch Schmidt, Heinz-Peter: Restauratorisches Gutachten über die Wand- und Deckenbilder in der Redekinkapelle. Magdeburger Dom. Mai 1998; unveröffentlichtes Gutachten in Kopie, Groß Rodensleben 1998, S. 3: Demnach beschrieb Riemann entgegen der Publikation von 1980 die Malerei als Fresko-Secco-Technik.

Analysen fanden hierzu bisher nicht statt und werden durch den hohen Eintrag organischer Kunststoffe im Zuge der Maßnahmen 1966 bis 1970 zudem erschwert. Vergleiche Groll, Thomas et al.

Redekinkapelle. Wandmalerei. Konservierungs- und Pflegemaßnahmen 2010; Kurzbericht zum Zustand und ausgeführten Maßnahmen, Magdeburg 2010, S. 6.

23
Vergleiche Groll, Thomas et al.: Redekinkapelle. Wandmalerei. Konservierungs- und Pflegemaßnahmen 2010; Kurzbericht zum Zustand und ausgeführten Maßnahmen, Magdeburg 2010, S. 7 und S. 11: An dieser Stelle werden naturwissenschaftliche Analysen des Instituts für Denkmalpflege, Arbeitsstelle Halle, die durch Helmut Materna ausgeführt wurden, rezipiert. Ebenso vergleiche Schmidt, Heinz-Peter: Restauratorisches Gutachten über die Wand- und Deckenbilder in der Redekinkapelle. Magdeburger Dom. Mai 1998; unveröffentlichtes Gutachten, Groß Rodensleben 1998, S. 4f,: Ablichtung des maschinenschriftlichen Manuskripts von Konrad Rieman aus dem Jahr 1969/1970, U.a. publiziert in: Staatliche Museen zu Berlin (Hrsg.): Restaurierte Kunstwerke in der Deutschen Demokratischen Republik. Ausstellung im Alten Museum, Staatliche Museen zu Berlin 1980, Leipzig 1979, S. 233f.
24
Vergleiche Groll, Thomas et al.: Redekinkapelle. Wandmalerei. Konservierungs- und Pflegemaßnahmen 2010; Kurzbericht zum Zustand und ausgeführten Maßnahmen; Magdeburg 2010, S. 8f.; Vergleiche Schmidt, Heinz-Peter: Restauratorisches Gutachten über die Wand- und Deckenbilder in der Redekinkapelle. Magdeburger Dom. Mai 1998; unveröffentlichtes Gutachten in Kopie, Groß Rodensleben 1998, S. 30.
25
Mülverstedt, George Adalbert von: Ueber Fresko-Gemälde in einer Neben-Capelle des Doms zu Magdeburg und die v. Redekin im Lande Jerichow, in: Geschichtsblätter für Stadt und Land Magdeburg 3, Magdeburg 1868, S. 3: Mülverstedt beschreibt, dass diese grob und unsachgemäß durch Maurer durchgeführt wurde.
26
Vergleiche Nickel, Heinrich L.: Mittelalterliche Wandmalerei in der DDR. In Zusammenarbeit mit Gerd Baier, Gerhard Femmel und Karl-Max Kober, Leipzig 1979, S. 263 und vergleiche Dehio, Georg: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Sachsen-Anhalt I. Der Bezirk Magdeburg, bearb. v. Abteilung Forschung des Instituts für Denkmalpflege, München/Berlin 1974, (Nachdruck 1990), S. 265f. Während Brandl, Heiko; Forster, Christian: Der Dom zu Magdeburg. Band 1: Architektur; Regensburg 2011, S. 524ff.
27
Vergleiche Nickel, Heinrich L.: Mittelalterliche Wandmalerei in der DDR. In Zusammenarbeit mit Gerd Baier, Gerhard Femmel und Karl-Max Kober, Leipzig 1979, S. 263; Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Altakten-Nr. 236, Vermerk vom 4.8.66 durch Konrad Riemann: Notsicherung an der Nordwand im Zuge der Bearbeitung der Remtermalerei durch Pursche, Möller und Kühn.
28
Vergleiche Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Foto-Nr. 21355-56, 21358, 21361-62, 21404, 2146-67 (1969) sowie o. Nr. (1969); Vergleiche Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Altaktennr. 246, Schreiben des Konservators Dipl.-Ing. Berger an den Domgemeindekirchenrat über den Beginn der Restaurierungsmaßnahmen vom 22.9.1969; Vergleiche Staatliche Museen zu Berlin (Hrsg.): Restaurierte Kunstwerke in der Deutschen Demokratischen Republik. Ausstellung im Alten Museum, Staatliche Museen zu Berlin 1980, Leipzig 1979, S. 233ff.; Vergleiche Schmidt, Heinz-Peter: Restauratorisches Gutachten über die Wand- und Deckenbilder in der Redekinkapelle. Magdeburger Dom. Mai 1998; unveröffentlichtes Gutachten, Groß Rodensleben 1998, S. 3ff.: In den handschriftlichen Aufzeichnungen Konrad Riemanns von 1969/1970 wurde wohl beschrieben, dass die Salzausblühungen mit Kompressen und Mineralwasser entfernt wurden.
29
Schmidt, Heinz-Peter: Restauratorisches Gutachten über die Wand- und Deckenbilder in der Redekinkapelle. Magdeburger Dom. Mai 1998, unveröffentlichtes Gutachten, Groß Rodensleben 1998.
30
Groll, Thomas et al.: Redekinkapelle. Wandmalerei. Konservierungs- und Pflegemaßnahmen 2010; Kurzbericht zum Zustand und ausgeführten Maßnahmen, Magdeburg 2010, S. 7f.: Zustandsbeschreibung und S. 9: Maßnahmenbeschreibung für die Jahre 2009 und 2010.

Magdeburg

Dom Remter

1
Darüber hinaus gibt es weitere Zugänge, wie z.B. die historischen Türen in der Südwand.
2
Vergleiche Dehio, Georg: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Sachsen-Anhalt I. Regierungsbezirk Magdeburg, bearb. v. Ute Bednarz, Folkhard Cremer u.a., München-Berlin 2002, S. 546.
3
Vergleiche Brandl, Heiko; Forster, Christian: Der Dom zu Magdeburg. Band 1: Architektur; Regensburg 2011, S. 488.
4
Vergleiche Dehio, Georg: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Sachsen-Anhalt I. Regierungsbezirk Magdeburg, bearb. v. Ute Bednarz, Folkhard Cremer u.a., München-Berlin 2002, S. 546.
5
Vergleiche Schubert, Ernst: Der Dom zu Magdeburg. Eine Führung; in: Das christliche Denkmal, Heft 50/51, 2. Auflage der Neubearbeitung, Leipzig 1989, S. 62 und Dehio, Georg: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Sachsen-Anhalt I. Der Bezirk Magdeburg, bearb. v. Abteilung Forschung des Instituts für Denkmalpflege, München/Berlin 1974, (Nachdruck 1990), S. 272: Remter vor Domweihe 1363 vollendet; Vergleiche Krenzke, Joachim: Kirchen und Klöster zu Magdeburg, Heft 71, 1. Nachdruck; Magdeburg 2000, S. 25: Bau des Remters 1350 begonnen; Vergleiche Piltz, Georg: Kunstführer durch die DDR, 4. Auflage, Leipzig/Jena/Berlin 1973, S. 187: um 1350; Vergleiche Friedrich, Verena: Magdeburg. Der Dom St. Mauritius und Katharinen, Passau 2014, S. 71: spätgotisches Netzrippengewölbe nach einem Brand 1449 eingezogen; Vergleiche Bildarchiv Marburg, Bilddatei-Nr. fmlac8931_33, Online im Internet unter: https://www.bildindex.de/document/ obj20226085?medium=fmlac8931_33, Stand 01.07.2020: Wandmalerei um 1470/80; Vergleiche Sußmann, Michael: Der Dom zu Magdeburg, Passau 1997, S. 81: um 1470. Besonders auch Brandl, Heiko; Forster, Christian: Der Dom zu Magdeburg. Band 1: Architektur; Regensburg 2011, S. 507-509: An dieser Stelle wird die Datierung der Wandmalerei zeitnah nach Entstehung des Kupferstichs von Martin Schongauer um 1475 eingeordnet. Vergleiche außerdem Danzl, Thomas: Rüber-Schütte, Elisabeth: Anmerkungen zur spätmittelalterlichen Wandmalerei Sachsen-Anhalts. Ein erster Werkstattbericht, in: Bergstedt, Clemens; Heimann, Heinz-Dieter; Krohm, Hartmut; Sitte, Wilfried (Hrsg.), Die Bischofsresidenz Burg Ziesar und ihre Kapelle. Dokumentation der Wandmalereien im Kontext der spätmittelalterlichen Kunst- und Kulturgeschichte der Mark Brandenburg und angrenzender Regionen, Berlin/Brandenburg 2009, S. 213f und 218.
6
Zu den Inschriften, die sich beide auf Christophorus beziehen, siehe Brandl, Heiko; Forster, Christian: Der Dom zu Magdeburg. Band 1: Architektur; Regensburg 2011, S 508 (dort Transkription und Übersetzung). Besonders im Spätmittelalter scheint dieser Volksglaube stark angewachsen zu sein, was auf die große Zahl von Skulpturen, Bildnissen und Grafiken der Zeit verweist. Siehe dazu auch Bittmann, Yvonne, Standort und Funktion von Christophorusfiguren im Mittelalter. Magisterarbeit, Heidelberg 2003, die allerdings das Magdeburger Wandbild nicht aufführt.
7
Brandl, Heiko; Forster, Christian: Der Dom zu Magdeburg. Band 1: Architektur; Regensburg 2011, S 508 nach Hanftmann, Bartholomäus: Führer durch den Magdeburger Dom, Magdeburg 1909, S.60: Dieser Abschnitt der Inschrift war zu dieser Zeit möglicherweise noch besser erhalten.
8
Brandl, Heiko; Forster, Christian: Der Dom zu Magdeburg. Band 1: Architektur; Regensburg 2011, S 508 nach Hanftmann, Bartholomäus: Führer durch den Magdeburger Dom, Magdeburg 1909, S.60: Dieser Abschnitt der Inschrift war zu dieser Zeit möglicherweise noch besser erhalten.
9
Siehe hierzu Lehrs, Max: Geschichte und kritischer Katalog des deutschen, niederländischen und französischen Kupferstichs im XV. Jahrhundert, 5. Text-Band, Wien 1925, S. 252-254: Holzschnitt datiert wohl vor 1476. Abbildung des Holzschnitts siehe z.B. Washington, National Gallery of Art, Nr. 3270: An dieser Stelle ist die Datierung mit 1475-80 angegeben.

Zur Gesamtdarstellung: Als Vorlage für den Christophorus mit Kind dürfte ein Kupferstich (um 1475) von Martin Schongauer gedient haben, der bis auf kleine Abweichungen (variierte Landschaft, fehlender Einsiedler, Blick des Christophorus nach vorne, begrünter Baumstamm u.a.) ziemlich genau von dem Maler übernommen wurde. Vergleiche auch Brandl, Heiko; Forster, Christian: Der Dom zu Magdeburg. Band 1: Architektur; Regensburg 2011, S. 507. Hier werden die beiden Heiligen in der Überschrift auch als Katharina und Barbara tituliert. Dabei wird in der rechten Heiligen die Kirchenpatronin Katharina gesehen. Für die beiden weiblichen Heiligen konnte bisher keine Vorlage gefunden werden. Ähnlichkeiten für die Krone und der Faltenbildung bei der linken Heiligen lassen sich ebenfalls in Kupferstichen von Martin Schongauer finden.

10
Die Nähe zu dem 1499 datierten Wandbild des Christophorus im Erfurter Dom, die ebenfalls auf den Schongauerstich zurückgeht, und die vorgewölbten hohen Stirne der beiden Heiligen lassen Brandl, Heiko; Forster, Christian: Der Dom zu Magdeburg. Band 1: Architektur; Regensburg 2011, S. 509, hier eine Beziehung nach Erfurt vermuten. Allerdings galt der hohe Haaransatz bei Frauen der damaligen Zeit als modisch und lässt sich sowohl in süddeutscher wie niederdeutscher und niederländischer Malerei feststellen.
11
Die nachstehenden Erläuterungen basieren zu wesentlichen Teilen auf den langjährigen, intensiven, wissenschaftlichen Untersuchungen von Dipl.-Rest. Thomas Groll. Ihm gilt besonderer Dank für die Bereitstellung der entsprechend benannten, umfangreichen Informationen zu seiner restauratorischen Tätigkeit und Auseinandersetzung mit dem Magdeburger Dom. Hierzu gehören u.a.  Untersuchungs- und Maßnahmendokumentationen, Ergebnisse naturwissenschaftlicher Analysen, Archivrecherchen, Literaturhinweise, mündliche Informationen, u.v.m.
12
Vergleiche Groll, Thomas et al.: Untersuchungsbericht. Magdeburg, Dom. Remter, Südwand. Christopheruswandbild. Konservierungs- und Pflegemaßnahmen 2010, Magdeburg 2010b, S. 5 und S. 29ff.: Untersuchungsergebnisse des Naturwissenschaftlichen Labors der Fachhochschule Erfurt, durchgeführt von Frank Mucha im Mai 2011.
13
Vergleiche auch Groll, Thomas et al.: Untersuchungsbericht. Magdeburg, Dom. Remter, Südwand. Christopheruswandbild. Konservierungs- und Pflegemaßnahmen 2010, Magdeburg 2010b, S. 4.
14
Vergleiche Groll, Thomas et al.: Untersuchungsbericht. Magdeburg, Dom. Remter, Südwand. Christopheruswandbild. Konservierungs- und Pflegemaßnahmen 2010, Magdeburg 2010b, S. 4 und 29ff.: Untersuchungsergebnisse des Naturwissenschaftlichen Labors der Fachhochschule Erfurt, durchgeführt von Frank Mucha im Mai 2011.
15
Archivbestand des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Altakten-Nr. 246, Vermerk zur Besprechung vom 26.10.1965, verfasst von Reinhard Rüger (Institut für Denkmalpflege Halle (Saale)) am 30.10.1965: „[…] Der Putz im unteren Bereich der Wände soll erneuert werden. Die Wandflächen und die Gewölbe werden nach Angabe von Herrn Leweke gestrichen. Dienste, Profile und Gewölberippen bleiben steinsichtig und werden durch Abwaschen von Schmutz befreit.“
16
Schmidt, Heinz-Peter: Restauratorisches Gutachten über die Wand- und Deckenbilder in der Redekinkapelle. Magdeburger Dom. Mai 1998; unveröffentlichtes Gutachten in Kopie freundlichst zur Verfügung gestellt durch Dipl.-Rest. Thomas Groll, Groß Rodensleben 1998b.
17
Groll, Thomas et al.: Untersuchungsbericht. Magdeburg, Dom. Remter, Südwand. Christopheruswandbild. Konservierungs- und Pflegemaßnahmen 2010, Magdeburg 2010b. S. 6ff. Zu den durchgeführten Maßnahmen: Staubabnahme, Reinigung mit Wallmaster, mechanische Abnahme von Kalkspritzern, Festigung mürber Rissflanken mit 2%igem Paraloid B72 in Ethylacetat (1-2fach), Retusche mechanischer Beschädigungen mit Aquarellfarbe, Schließen eines statischen Risses mit REMMERS Mörtel AC, Retusche des Übergangs zur umgebenden Wandfläche mit Kalkfarbe.

Magdeburg

St. Johannis

1
Seit 1999 Festsaal und Konzerthalle der Stadt Magdeburg. Das beschriebene Objekt befindet sich seit ca. 1980 in der Sammlung des Kulturhistorischen Museums Magdeburg.
2
Dehio, Georg: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Sachsen-Anhalt I. Regierungsbezirk Magdeburg, bearb. v. Uwe Bednarz, Folkhard Cremer u.a., München-Berlin 2002, S. 565-566; Asmus, Helmut; Wille, Manfred: 1200 Jahre Magdeburg. Von der Kaiserpfalz zur Landeshauptstadt. Eine Stadtgeschichte in vier Bänden. Scriptum, Magdeburg 2000–2009, Band 1, S. 102-189; Krenzke, Joachim: Kirchen und Klöster zu Magdeburg, Heft 71, 1. Nachdruck; Magdeburg 2000, S. 29-34; Institut für Denkmalpflege Halle (Saale) (Hrsg.): Die Kunstdenkmale im Bezirk Magdeburg, hg. v. Institut für Denkmalpflege Halle (Saale), Die Kunstdenkmale des Kreises Haldensleben, Leipzig 1961, S. 140ff.
3
Dehio, Georg: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Sachsen-Anhalt I. Regierungsbezirk Magdeburg, bearb. v. Uwe Bednarz, Folkhard Cremer u.a., München-Berlin 2002, S. 565.
4
Siehe Archivbestand des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Altakten-Nr. 1243/62: Zeitungsnotiz aus der Volksstimme Magdeburg vom 19. Oktober 1991 (ohne Autor) über die Erkenntnisse des Hallenser Archäologen Dr. Thomas Weber zur Magdeburger Johanniskirche. Darin wird eine leider nicht näher genannte Quelle zitiert, wonach die Putzritzungen 1892 „in barbarischer Weise übertüncht und stellenweise sogar abgeklopft worden“ seien. Weber hofft darin ebenso noch auf neue Erkenntnisse, so denn Teile der Putzritzungen bisher wirklich nur übertüncht sein sollten.
5
Alle möglicherweise nach 1892 noch erhaltenen Putzritzungen waren den Kriegszerstörungen 1944 und besonders 1945 ausgesetzt, woran sich ein jahrzehntelanges Dasein als Kirchenruine anschloss. Die in den Akten des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt eher selten erwähnten, erhaltenen Putzritzungen (z.B. Schreiben vom 9. Januar 1957, kirchliches Bauamt, Kirchenbaumeister Otto), wurden dabei immer als gefährdet angesehen. Ob 1975 neben dem Figurenfragment noch weitere Putzritzungsfragmente abgenommen wurden, konnte abschließend nicht geklärt werden.
6
Vergleiche Rüber-Schütte, Elisabeth, Fragment einer Putzritzung, in: Aufbruch in die Gotik. Der Magdeburger Dom und die späte Stauferzeit. Landesausstellung Sachsen-Anhalt aus Anlass des 800. Domjubiläums, hg. v. Matthias Puhle, Magdeburg/Mainz 2009, 2. Katalog, S. 216: spätes 13. Jahrhundert. Vergleiche Handle, Elisabeth: Fragment einer Putzritzzeichung (Puhle, Matthias; Hasse, Claus-Peter (Hrsg.): Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation 962-1806. Von Otto dem Großen bis zum Ausgang des Mittelalters. Katalog zur 29. Ausstellung des Europarates in Magdeburg und Berlin und Landesausstellung Sachsen-Anhalt, Berlin 2006), S. 316: 2. Hälfte 13. Jh.; Vergleiche Staatliche Museen zu Berlin (Hrsg.): Restaurierte Kunstwerke in der Deutschen Demokratischen Republik. Ausstellung im Alten Museum, Staatliche Museen zu Berlin 1980, Leipzig 1979, S. 231.
7
Dazu Rüber-Schütte, Elisabeth, Fragment einer Putzritzung, in: Aufbruch in die Gotik. Der Magdeburger Dom und die späte Stauferzeit. Landesausstellung Sachsen-Anhalt aus Anlass des 800. Domjubiläums, hg. v. Matthias Puhle, Magdeburg/Mainz 2009, 2. Katalog, S. 217. Sie verweist auf die mit ausgestrecktem Zeige- und Mittelfinger erhobene rechte Hand, die in der Forschung als Schwurhand gedeutet wird, aber wohl eher als Redegestus verstanden werden kann.
8
Vergleiche Handle, Elisabeth: Fragment einer Putzritzzeichnung (Puhle, Matthias; Hasse, Claus-Peter (Hrsg.): Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation 962-1806. Von Otto dem Großen bis zum Ausgang des Mittelalters. Katalog zur 29. Ausstellung des Europarates in Magdeburg und Berlin und Landesausstellung Sachsen-Anhalt, Berlin 2006), S. 316: Ein weiterer, heute verlorener Zyklus am benachbarten Rathaus mit Kaiserfiguren könnte zusammen mit der Johanniskirche dafür sprechen, dass die Stadt sich damit zwar optisch dem Vorbild im Kreuzgang anlehnt, sich aber auch gezielt von der bischöflichen Machtdemonstration abzusetzen versuchte.
9
Die einzelnen Wandabschnitte werden entsprechend Abb. 07 (nach Flottwell) nach den zugehörigen Wandabschnitten N-G aufgelistet, wobei die Abfolge von oben nach unten und in Leserichtung von links nach rechts erfolgt.
10
Greifenartiges Wesen mit Schwanzflosse, Flügeln, löwenartiger Brust und Vorderbeinen sowie Vogelkopf mit langem Schnabel.
11
Da sehr schmal und hochrechteckig, wird das Motiv wohl auf einem der Strebepfeiler angebracht gewesen sein.
12
Das Thema der östlichsten Südwand könnte insgesamt der Passion Christi entnommen sein. Rüber-Schütte, Elisabeth: Fragment einer Putzritzung, in: Aufbruch in die Gotik. Der Magdeburger Dom und die späte Stauferzeit. Landesausstellung Sachsen-Anhalt aus Anlass des 800. Domjubiläums, hg. v. Matthias Puhle, Magdeburg/Mainz 2009, 2. Katalog, S. 217 verweist aber auch auf die jüngere Forschung, die in den Aposteln das Kollegium einer Weltgerichtsdarstellung vermutet.
13
Siehe dazu auch Danzl, Thomas: Möwald, Carola: Graffito oder Sgraffito? It´s more than this (Sgraffito im Wandel. Materialien, Techniken, Themen und Erhaltung, hg. v. Weyer, Angela und Kerstin Klein, Tagung Hildesheim 2017, Petersberg 2019), S. 77-93; zur Johanniskirche S. 84f. Danzl/Möwald verweisen zur Johanniskirche und den im 2. Weltkrieg zerstörten Putzritzungen im Steinhaus von Brandenburg/Havel dabei ausdrücklich auch auf motivisch vergleichbare Teppiche des 13. Jahrhunderts, wie sie sich in Quedlinburg erhalten haben. Die Putzritzungen könnten in diesem Fall auch als Festdekoration verstanden werden. Neben der Verwendung im Außenbereich finden sich Putzritzungen aber auch in Innenräumen, wie z.B. im ehem. Terminierhaus in Schönebeck-Salzelmen.
14
Archivbestand des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Find-Nr. RE364, Vermerk über die Abnahme eines Putzfragments mit Putzritzungen von der Außenfassade der Ruine der Marktkirche St. Johannis in Magdeburg, verfasst von Rainer Hauswald nach der Abnahme 2.1.1975.
15
Archivbestand des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Find-Nr. RE364, Vermerk zu Putzritzungen, Fragment von der Außenfassade der Johannis-Kirche, Magdeburg, verfasst von Konrad Riemann (Institut für Denkmalpflege Halle (Saale)) als Manuskript zum Text in Staatliche Museen zu Berlin (Hrsg.): Restaurierte Kunstwerke in der Deutschen Demokratischen Republik. Ausstellung im Alten Museum, Staatliche Museen zu Berlin 1980, Leipzig 1979, S. 232.: Riemann vermutet im Manuskript, dass diese sehr wahrscheinlich mit einem schwarz eingefärbten Putz oder Farbe gefüllt gewesen sind. Zum Anfertigen der Ritzungen benennt er ebenda einen Griffel als Werkzeug.
16
Zu weißen Nachzeichnungen: Vergleiche Archivbestand des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Find-Nr. RE364, Vermerk über die Abnahme eines Putzfragments mit Putzritzungen von der Außenfassade der Ruine der Marktkirche St. Johannis in Magdeburg, verfasst von Rainer Hauswald nach der Abnahme 2.1.1975 und auch Staatliche Museen zu Berlin 1980, S. 232, Abbildung 190: Ausgeführt im Zuge der Abnahme. Die schwarzen Nachzeichnungen liegen eindeutig über den weißen und stammen vermutlich von um 1980.
17
Es handelt sich hierbei um ein typisches Schadensbild. Polyvinylalkohole und Polyvinylacetate stellten zu dieser Zeit häufig verwendete Festigungsmittel dar. Vergleiche Staatliche Museen zu Berlin (Hrsg.): Restaurierte Kunstwerke in der Deutschen Demokratischen Republik. Ausstellung im Alten Museum, Staatliche Museen zu Berlin 1980, Leipzig 1979, S. 232 zu den eingesetzten Festigungsmitteln: Kaschierungen vor der Abnahme mit wässrigem Zellleim und Sicherung der Randpartien mit PVAc (wässrige Lösung).
18
Flottwell, Georg Eduard von (1844-1894), Porträtmaler, Autor und Inhaber einer Photographischen Anstalt in Magdeburg.
19
Archivbestand des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Planarchiv, Mappe mit Orthofotografien von Eduard von Flottwell aus dem Jahr 1892 in beschrifteten Passepartouts. Außerdem Vergleiche Archivbestand des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, AA-Nr. 1243/62, Schreiben des Pfarrers (Name nicht lesbar) an den Provinzialkonservator vom 21. April 1927: „(…) Putzritzungen, die leider bei notwendigen Bauarbeiten vor ca. 30 Jahren größtenteils zerstört sind.“ sowie Vergleiche Hasse, Schubert 2005, S. 111.
20
Vergleiche Archivbestand des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Altakten-Nr. 1243/62, Fotodokumentation der Zerstörung.
21
Vergleiche Archivbestand des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Find-Nr. RE364, Vermerk über die Abnahme eines Putzfragments mit Putzritzungen von der Außenfassade der Ruine der Marktkirche St. Johannis in Magdeburg, verfasst von Rainer Hauswald nach der Abnahme 2.1.1975.
22
Vergleiche Archivbestand des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Find-Nr. RE363, fotografische Dokumentation der Abnahme sowie Archivbestand des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Find-Nr. RE364, handschriftliche Aufzeichnungen Konrad Riemanns von 1979 sowie Staatliche Museen zu Berlin (Hrsg.): Restaurierte Kunstwerke in der Deutschen Demokratischen Republik. Ausstellung im Alten Museum, Staatliche Museen zu Berlin 1980, Leipzig 1979, S. 231.

Magdeburg

Kloster Unser Lieben Frauen

1
Das Kloster wird heute als Kunstmuseum, die Stiftskirche als Konzerthalle genutzt.
2
Im Mai 2019 fand im Kloster Unser Lieben Frauen eine internationale Tagung zur Bauentwicklung von Stiftskirche und Klausur statt, die wichtigen Erkenntnisse und Ergebnisse dieser Tagung konnten hier nicht berücksichtigt werden, da sie noch nicht publiziert sind. Als Quellen wurden verwendet: Dehio, Georg: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Sachsen-Anhalt I. Regierungsbezirk Magdeburg, bearb. v. Uwe Bednarz, Folkhard Cremer u.a., München-Berlin 2002, S. 560ff.; Förster, Uwe: Dokumentation zur Baugeschichte. Kloster Unser Lieben Frauen Magdeburg; Manuskript, archiviert in der Bibliothek des Kunstmuseums Kloster Unser Lieben Frauen Magdeburg, Magdeburg 1995; Krause, Hans-Joachim: Das Kloster als Bauwerk – seine Gestaltung, Geschichte und denkmalpflegerische Instandsetzung; in: Kloster Unser Lieben Frauen Magdeburg, Stift – Pädagogium – Museum, Magdeburg/Oschersleben 1995; Paul, Maurizio: Unser Lieben Frauen Magdeburg, Krypta u. Norbertgrab von St. Marien. Bauhistorische Untersuchung und Analyse der Grabungsbefunde von 1975-1976, 1983 und 1990 und der historischen Quellen zum Norbertgrab; Abschlussbericht, unpublizierter Arbeitsbericht, Halle 2017; Bednarz, Ute: Romanische Bauornamentik an der Liebfrauenkirche zu Magdeburg; in:  Prémontré des Ostens – Das Kloster Unser Lieben Frauen Magdeburg vom 11. bis 17. Jahrhundert; Puhle, Matthias; Hagedorn, Renate (Hrsg.), Oschersleben 1996. Einige Fragen zur Bauabfolge und zu mittelalterlichen Veränderungen wie z.B. die Entstehung der Türme sowie generell zu Eingriffen oder nachträglichen Einbauten von Gewölben, Portalen, Fenstern und Wandverzierungen sind in der Forschung umstritten.
3
Neumann, Helga: Das Kloster unser lieben Frauen zu Magdeburg, erschienen in der Reihe: Große Baudenkmäler, Heft 438, 3. Auflage, München/Berlin 1995, S. 14: 13. Jh.; Groll, Ernst Thomas; Fortmann (geb. Heyer), Marie: Magdeburg – ehem. Kloster Unser Lieben Frauen. Konservierung der Malerei in der Bogenlaibung der westlichen Turmhalle, freundlichst zur Verfügung gestellt durch Dipl.-Rest. Thomas Groll und Dipl.-Rest. Marie Heyer, Magdeburg 2019b, S. 5 nach Weidel, Karl: Das Kloster Unser Lieben Frauen in Magdeburg, Augsburg 1925: um 1250; Bildindex Marburg, Online im Internet unter: https://www.bildindex.de/document/obj20226082?medium=fmlac8931_35, Stand: 09.07.2020, Bilddatei-Nr. fmlac8931_35: 1201-1215.
4
Interessant ist auch die Anordnung: Während der mittlere Dreipass (eigentlich ein Vierpass, dessen unterer Rundbogen nicht ausgeführt ist) mit Christus zum Mittelschiff hin ausgerichtet ist, orientieren sich die seitlichen Rundbilder jeweils nach Norden bzw. Süden.
5
Vergleiche Aktenbestand des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Fotoreproduktionen der Aufnahmen von Eduard von Flottwell von 1891, ohne Nummer; vergleiche Groll, Ernst Thomas: Kloster Unser Lieben Frauen in Magdeburg. Konservierung der Malerei in der Laibung des westlichen Eingangsbogens. Abschlussbericht, Magdeburg 1996, S. 2f und Ernst Thomas; Fortmann (geb. Heyer), Marie: Magdeburg – ehem. Kloster Unser Lieben Frauen. Konservierung der Malerei in der Bogenlaibung der westlichen Turmhalle, Magdeburg 2019b, S. 5 nach Weidel, Karl: Das Kloster Unser Lieben Frauen in Magdeburg, Augsburg 1925.
6
Auch der dritte Soldat könnte zu dieser aus Ägypten stammenden Abteilung gehören, evtl. Exuperius, Kandidus oder Viktor von Agaunum. Eventuell könnte es sich aber auch um den Soldatenheilige Romanus handeln, der im Zusammenhang mit Laurentius zum Christentum findet und enthauptet wird.
7
Dort zu finden in einer Bogenlaibung an einer Wandnische im südlichen Querhaus, datiert 1220/30, dargestellt ausschließlich mit Rundmedaillons und ähnlicher Ornamentik in den Zwickeln. Jedoch ist in Zerbst die Figurenauffassung völlig anders und die Malerei daher eindeutig durch eine andere Werkstatt gefertigt.
8
Der bei den genannten Beispielen (Hildesheim, 1. Viertel 13. Jh.; Braunschweig, 2. Viertel 13.Jh.) deutlich sichtbare Zackenstil ist in Magdeburg, bedingt durch fehlende Faltengebungen, nicht sicher nachvollziehbar. Nicht unerwähnt soll hier auch Wandmalerei in der Taufkapelle in St. Gereon, Köln, bleiben (um 1250). Hier findet sich eine starke Nähe bei Kleidungs- und Rüstungsdetails.
9
Nachstehende Erläuterungen fassen die Ergebnisse der restauratorischen Untersuchungen von Dipl.-Rest. Thomas Groll, Kai Fronk. Matthis Schubert und Dipl.-Rest. Marie Fortmann (geb. Heyer) zusammen. Diesen gilt besonderer Dank für die Zuarbeit und Bereitstellung der restauratorischen Gutachten und projektbegleitend erstellter Fotografien. Siehe Groll, Ernst Thomas: Kloster Unser Lieben Frauen in Magdeburg. Konservierung der Malerei in der Laibung des westlichen Eingangsbogens. Abschlussbericht, Magdeburg 1996 und Groll, Ernst Thomas; Fortmann (geb. Heyer), Marie: Magdeburg – ehem. Kloster Unser Lieben Frauen. Konservierung der Malerei in der Bogenlaibung der westlichen Turmhalle, Magdeburg 2019b.
10
Vergleiche hierzu auch Arnold, Torsten: Vermerk. Magdeburg, ehem. Klosterkirche Unser Lieben Frauen; Stellungnahme zur Wandmalerei in der Bogenlaibung der westlichen Turmhalle, Halle 2017, S. 1ff.; Groll, Ernst Thomas: Kloster Unser Lieben Frauen in Magdeburg. Konservierung der Malerei in der Laibung des westlichen Eingangsbogens. Abschlussbericht, Magdeburg 1996, S. 4ff.; Groll, Ernst Thomas: Magdeburg – ehem. Kloster Unser Lieben Frauen. Konservierung der Malerei in der Bogenlaibung der westlichen Turmhalle, Magdeburg 2019b, S. 6f.
11
Dehio, Georg: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Sachsen-Anhalt I. Regierungsbezirk Magdeburg, bearb. v. Uwe Bednarz, Folkhard Cremer u.a., München-Berlin 2002, S. 557; Vergleiche auch Aktenbestand des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Fotobestand mit Reproduktionen der Fotografien und Umzeichnungen Eduard von Flottwells von 1891, o. Nr. Es liegen keine Dokumentationen zu Restaurierungsmaßnahmen vor. Vergleiche Groll, Ernst Thomas: Kloster Unser Lieben Frauen in Magdeburg. Konservierung der Malerei in der Laibung des westlichen Eingangsbogens. Abschlussbericht, Magdeburg 1996, S. 4: Dieser beschreibt als eine der älteren Restaurierungsmaßnahmen die Festigung der Oberfläche mit Ölen und/oder natürlichen Harzen. Technisch wären solche Maßnahmen im 19. Jahrhundert anzusiedeln oder spätestens bis bzw. unmittelbar nach dem 2. Weltkrieg.
12
Dehio, Georg: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Sachsen-Anhalt I. Regierungsbezirk Magdeburg, bearb. v. Uwe Bednarz, Folkhard Cremer u.a., München-Berlin 2002, S. 557 und Institut für Denkmalpflege Halle (Saale) (Hrsg.): Denkmale in Sachsen-Anhalt. Ihre Erhaltung und Pflege in den Bezirken Halle und Magdeburg, erarbeitet im Institut für Denkmalpflege Arbeitsstelle, 2., durchgesehene Auflage, Halle/Weimar 1986., S. 135-138.
13
Dehio, Georg: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Sachsen-Anhalt I. Regierungsbezirk Magdeburg, bearb. v. Uwe Bednarz, Folkhard Cremer u.a., München-Berlin 2002, S. 557 und Institut für Denkmalpflege Halle (Saale) (Hrsg.): Denkmale in Sachsen-Anhalt. Ihre Erhaltung und Pflege in den Bezirken Halle und Magdeburg, erarbeitet im Institut für Denkmalpflege Arbeitsstelle, 2., durchgesehene Auflage, Halle/Weimar 1986., S. 135-138; Piltz, Georg: Kunstführer durch die DDR, 4. Auflage, Leipzig/Jena/Berlin 1973, S. 188. Es liegen keine Dokumentationen zu Restaurierungsmaßnahmen vor.
14
Es liegen keine Dokumentationen zu Restaurierungsmaßnahmen vor. Phänomenologisch lässt sich jedoch eine großflächige Behandlung mit PVAc wie für diese Zeit typisch annehmen. Vergleiche hierzu Arnold, Torsten: Vermerk. Magdeburg, ehem. Klosterkirche Unser Lieben Frauen; Stellungnahme zur Wandmalerei in der Bogenlaibung der westlichen Turmhalle, Halle 2017., S. 1f. und Groll, Ernst Thomas: Kloster Unser Lieben Frauen in Magdeburg. Konservierung der Malerei in der Laibung des westlichen Eingangsbogens. Abschlussbericht, Magdeburg 1996, S. 6.
15
Groll, Ernst Thomas: Kloster Unser Lieben Frauen in Magdeburg. Konservierung der Malerei in der Laibung des westlichen Eingangsbogens. Abschlussbericht, Magdeburg 1996, S. 9ff. zu den durchgeführten Konservierungsmaßnahmen: Notsicherung, Anböschung, Malschichtfestigung mit Paraloid B72 3-5%ig in Ethylacetat, Entfernen hydraulischer Altkittungen, strukturelle Putzfestigung mit KSE Funcosil OH der Fa. Remmers, Hohlstellenhinterfüllung, Schließen von Rissen und Putzergänzungen mit Sumpfkalkmörtel unter Zugabe von Tierhaaren, Strichretusche mittels in Wasser angeteigter Pigmente.
16
Vergleiche Groll, Ernst Thomas: Magdeburg – ehem. Kloster Unser Lieben Frauen. Konservierung der Malerei in der Bogenlaibung der westlichen Turmhalle, Magdeburg 2019b, S. 6.
17
Vergleiche Groll, Ernst Thomas: Magdeburg – ehem. Kloster Unser Lieben Frauen. Konservierung der Malerei in der Bogenlaibung der westlichen Turmhalle, Magdeburg 2019b, S. 8ff. zu den durchgeführten Maßnahmen: Salzreduzierung mit Mineralkompressen, Hohlstellenhinterfüllung und Putzsicherung mit dispergiertem Weißkalkhydrat in Wasser/Ethanol-Gemisch, Malschichtfestigung durch Injektionsmasse auf der Basis von dispergiertem Weißkalkhydrat und a.a.St. durch Tylose MH300 1,5%ig in Wasser, Probeflächen zur Gipsumwandlung mit Ionenaustauschharz Amberlite OH-.

Bad Salzelmen

Ehem. Terminierhaus

1
Klosterformat entspricht etwa 30cm x 13cm x 9cm.
2
Vergleiche Fischer, Stephanie: Ehemaliges Terminierhaus der Augustinermönche Salzelmen. 39218 Schönebeck (OT Salzelmen) Kirchstr. 3. Dokumentation der Voruntersuchung, Gutachten von Dipl.-Rest. Stephanie Fischer, archiviert im Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Find-Nr. RE9610, Schildow 2000a, S. 6.
3
Vergleiche zur Terminologie Putzritzung: Danzl, Thomas; Möwald, Carola: Graffito or Sgraffito? – It’s more than this!; in: Sgraffito im Wandel. Materialien, Techniken, Themen und Erhaltung, Tagungsband der internationalen Tagung der HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim in Kooperation mit dem Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege, 2.-4. November 2017 in Hildesheim; Angela Weyer, Kerstin Klein (Hrsg.), Petersberg 2019, S. 89f.
4
Dazu Danzl, Thomas: Rüber-Schütte, Elisabeth: Anmerkungen zur spätmittelalterlicher Wandmalerei in Sachsen-Anhalt. Ein erster Werkstattbericht (Die Bischofsresidenz Burg Ziesar und ihre Kapelle. Dokumentation der Wandmalereien im Kontext der spätmittelalterlichen Kunst und Kulturgeschichte der Mark Brandenburg und angrenzender Regionen, hg. von Clemens Bergstedt u. a., Berlin / Brandenburg 2009), S. 203-225, hier S. 221: 4. Viertel 15. Jahrhundert. Auch Fischer, Stephanie: Ehemaliges Terminierhaus der Augustinermönche Salzelmen. 39218 Schönebeck (OT Salzelmen) Kirchstr. 3. Dokumentation der Voruntersuchung, Gutachten von Dipl.-Rest. Stephanie Fischer, archiviert im Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Find-Nr. RE9610, Schildow 2000a, S. 2: um 1483. Sie zur Datierung auch den lateinischen Bauinschriftstein an der Außenwand: anno d(omi)ni / M CCCC / LXXX III.
5
Vergleiche Fischer, Stephanie: Ehemaliges Terminierhaus der Augustinermönche Salzelmen. 39218 Schönebeck (OT Salzelmen) Kirchstr. 3. Dokumentation der Voruntersuchung, Gutachten von Dipl.-Rest. Stephanie Fischer, archiviert im Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Find-Nr. RE9610, Schildow 2000a, S. 9 und 13ff: Demnach lassen sich drei verschiedene Ornamentformen rekonstruieren. So findet sich im Westen eine fliesenimitierende Malerei aus wechselnden Quadratfeldern. Daneben zeigen sich stilisierte Blattformen. Im Osten zeigen sich dicht gedrängt stilisierte und bunte, sechsblättrige Blüten. Den oberen Rand bildet ein Band mit schwarz-weißen Wellenformen unter einem schwarzen Randstreifen (Abb. 15).
6
Die figürliche Wandmalerei mit Putzritzungen setzt sich aus drei unterschiedlich hohen und breiten Bildfeldern zusammen, deren beide Enden sich nicht erhalten haben. Der ehemalige Sockelbereich, von dem nur unter dem westlichen Bild ein breites Ornamentband bewahrt wurde, könnte z.B. eine imitierende Wandverkleidung gezeigt haben. Ursprünglich wurde der Raum mit einer hölzernen Flachdecke überspannt. Siehe Fischer, Stephanie: Ehemaliges Terminierhaus der Augustinermönche Salzelmen. 39218 Schönebeck (OT Salzelmen) Kirchstr. 3. Dokumentation der Voruntersuchung, Gutachten von Dipl.-Rest. Stephanie Fischer, archiviert im Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Find-Nr. RE9610, Schildow 2000a, S. 8.
7
Nach einem Hinweis von Dr. Hans Fuhrmann bestand die nicht mehr lesbare Inschrift aus gotischen Minuskeln mit Anklängen an eine Texturschrift. Vgl. Danzl, Thomas; Rüber-Schütte, Elisabeth: Anmerkungen zur spätmittelalterlicher Wandmalerei in Sachsen-Anhalt. Ein erster Werkstattbericht (Die Bischofsresidenz Burg Ziesar und ihre Kapelle. Dokumentation der Wandmalereien im Kontext der spätmittelalterlichen Kunst und Kulturgeschichte der Mark Brandenburg und angrenzender Regionen, hg. von Clemens Bergstedt u. a., Berlin / Brandenburg 2009), Anmerkung 52 auf S. 225. Da auch in der Vorlage des Canticum Canticorum gotische Minuskeln verwendet wurden, ist eine Textübernahme aus der Vorlage denkbar.
8
Das in verschiedenen Ausgaben erhaltene Blockbuch „Canticum Canticorum“ (=Lied der Lieder, d.h. Hohes Lied) gibt es in kolorierter und einfarbiger Ausführung. Es wird als niederländisch (um 1465) bzw. (süd-)deutsch (um 1469/70) bezeichnet, wobei die einzelnen Druckbilder identisch sind. Wir beziehen uns hier auf ein Exemplar der Bayerischen Staatsbibliothek München, Signatur Xylogr. 33, BSB-ID 1390539; Online im Internet unter: https://daten.digitale-sammlungen.de/bsb00037309/image_22; Stand: 15.04.2021. Siehe hierzu auch Abb. 14.
9
Als weitere Bedeutung wäre aber auch das alttestamentliche Paradies denkbar, das ebenso von einer Mauer umschlossen ist.
10
Es ist anzunehmen, dass auch die anderen Bildfelder durch ein vergleichbares, zeittypisches Sockelband nach unten abgeschlossen wurden. Durch die unterschiedliche Höhenanordnung der Einzelbilder, bedingt durch den Einbau eines Wandschranks, einer Wandnische und eines Kamins, muss dieses dort aber tiefer gelegen haben und hat sich daher nicht erhalten. Siehe auch Danzl, Thomas: Rüber-Schütte, Elisabeth: Anmerkungen zur spätmittelalterlicher Wandmalerei in Sachsen-Anhalt. Ein erster Werkstattbericht (Die Bischofsresidenz Burg Ziesar und ihre Kapelle. Dokumentation der Wandmalereien im Kontext der spätmittelalterlichen Kunst und Kulturgeschichte der Mark Brandenburg und angrenzender Regionen, hg. von Clemens Bergstedt u. a., Berlin / Brandenburg 2009), S. 221
11
Auch das Zwischenfeld wird von dem mittleren Abschnitt durch eine entsprechende Rahmung abgegrenzt.
12
Vergleiche Fischer, Stephanie: Ehemaliges Terminierhaus der Augustinermönche Salzelmen. 39218 Schönebeck (OT Salzelmen) Kirchstr. 3. Dokumentation der Voruntersuchung, Gutachten von Dipl.-Rest. Stephanie Fischer, archiviert im Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Find-Nr. RE9610, Schildow 2000a, S. 27: Diese deutet das den Arm der Königin kreuzende astartige Gebilde mit verdicktem Ende als Schlange.
13
Da Maria seit dem 12. Jh. mit Ekklesia, also der Kirche, gleichgesetzt wird, wäre auch eine Deutung der Königin als Ekklesia denkbar.
14
Als bildliche Vorlage dient ein um 1465 in den Niederlanden oder um 1469/70 in (Süd-)Deutschland entstandenes Blockbuch, das Canticum Canticorum (Hoheslied). Ob auch die beigefügten Spruchbänder Passagen des Hohenliedes bzw. die im Blockbuch vorgegebenen Hohenlied-Verse enthielten, lässt sich aufgrund des schlechten Erhaltungszustands nicht mehr sicher klären.
15
Vergleiche hierzu Beispiele bei Danzl, Thomas; Möwald, Carola: Graffito or Sgraffito? – It’s more than this!; in: Sgraffito im Wandel. Materialien, Techniken, Themen und Erhaltung, Tagungsband der internationalen Tagung der HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim in Kooperation mit dem Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege, 2.-4. November 2017 in Hildesheim; Angela Weyer, Kerstin Klein (Hrsg.), Petersberg 2019, S. 88-90: Oberkirche in Burg/Sachsen-Anhalt, Kreuzigung (1. Hälfte 15. Jh.); Kirche in Rosian/Sachsen-Anhalt, Heiligendarstellungen (nach 1500); daneben wird auch der Kenotaph (leeres Grab) von Abt Ekkehard im Kloster Huysburg/Sachsen-Anhalt erwähnt (um 1500 vergleichbar umgestaltet). Siehe auch Danzl, Thomas: Rüber-Schütte, Elisabeth: Anmerkungen zur spätmittelalterlicher Wandmalerei in Sachsen-Anhalt. Ein erster Werkstattbericht (Die Bischofsresidenz Burg Ziesar und ihre Kapelle. Dokumentation der Wandmalereien im Kontext der spätmittelalterlichen Kunst und Kulturgeschichte der Mark Brandenburg und angrenzender Regionen, hg. von Clemens Bergstedt u. a., Berlin / Brandenburg 2009), S. 221-223.
16
Siehe Fischer, Stephanie: Ehemaliges Terminierhaus der Augustinermönche Salzelmen. 39218 Schönebecck (OT Salzelmen) Kirchstr. 3. Dokumentation der Voruntersuchung, Gutachten von Dipl.-Rest. Stephanie Fischer, archiviert im Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Find-Nr. RE9610, Schildow 2000a, S. 6-13, 25, 30-32, 47-52 sowie Fischer, Stephanie: Ehemaliges Terminierhaus der Augustinermönche Salzelmen. 39218 Schönebecck (OT Salzelmen) Kirchstr. 3. Maßnahmendokumentation, Gutachten von Dipl.-Rest. Stephanie Fischer, archiviert im Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Find-Nr. RE9610, Schildow 2000b, S. 5; Vergleiche Danzl, Thomas; Möwald, Carola: Graffito or Sgraffito? – It’s more than this!; in: Sgraffito im Wandel. Materialien, Techniken, Themen und Erhaltung, Tagungsband der internationalen Tagung der HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim in Kooperation mit dem Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege, 2.-4. November 2017 in Hildesheim; Angela Weyer, Kerstin Klein (Hrsg.), Petersberg 2019, S. 89f.
17
Fischer, Stephanie: Ehemaliges Terminierhaus der Augustinermönche Salzelmen. 39218 Schönebecck (OT Salzelmen) Kirchstr. 3. Dokumentation der Voruntersuchung, Gutachten von Dipl.-Rest. Stephanie Fischer, archiviert im Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Find-Nr. RE9610, Schildow 2000a, S. 30ff. und 47ff. sowie Fischer, Stephanie: Ehemaliges Terminierhaus der Augustinermönche Salzelmen. 39218 Schönebecck (OT Salzelmen) Kirchstr. 3. Maßnahmendokumentation, Gutachten von Dipl.-Rest. Stephanie Fischer, archiviert im Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Find-Nr. RE9610, Schildow 2000b, S. 5. Vergleiche hierzu auch Danzl, Thomas Dr.; Rüber-Schütte, Elisabeth Dr.: Anmerkungen zur spätmittelalterlichen Wandmalerei in Sachsen-Anhalt. Ein erster Werkstattbericht; in: Die Bischofsresidenz Burg Ziesar und ihre Kapelle. Dokumentation der Wandmalereien im Kontext der spätmittelalterlichen Kunst- und Kulturgeschichte der Mark Brandenburg und angrenzender Regionen, Bergstedt, Clemens; Heimann, Heinz-Dieter; Krohm, Hartmut; Sitte, Wilfried (Hrsg.) Berlin/Brandenburg 2009, S. 222.
18
Mündliche Aussage vor Ort und Vergleiche Fischer, Stephanie: Ehemaliges Terminierhaus der Augustinermönche Salzelmen. 39218 Schönebecck (OT Salzelmen) Kirchstr. 3. Dokumentation der Voruntersuchung, Gutachten von Dipl.-Rest. Stephanie Fischer, archiviert im Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Find-Nr. RE9610, Schildow 2000a, S. 2.
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Fischer, Stephanie: Ehemaliges Terminierhaus der Augustinermönche Salzelmen. 39218 Schönebecck (OT Salzelmen) Kirchstr. 3. Dokumentation der Voruntersuchung, Gutachten von Dipl.-Rest. Stephanie Fischer, archiviert im Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Find-Nr. RE9610, Schildow 2000a und Fischer, Stephanie: Ehemaliges Terminierhaus der Augustinermönche Salzelmen. 39218 Schönebecck (OT Salzelmen) Kirchstr. 3. Maßnahmendokumentation, Gutachten von Dipl.-Rest. Stephanie Fischer, archiviert im Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Find-Nr. RE9610, Schildow 2000b.

Schwanefeld

St. Nicolai

1
Der Verfasser dankt für die unveröffentlichten Bauforschungsberichte von Thomas Langer 2015 und Frank Högg 2015. Siehe auch Huthmann, Juliane: Unveröffentlichter Grabungsbericht zur Grabung an und um die Kirche in Schwanefeld vom 04.05.-20.05.2015, archiviert im Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Arbeitsstelle Magdeburg, Olvenstedter Str. 12, Aktivitätsnummer 8934, 2015.
2
Dehio, Georg: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Sachsen-Anhalt I. Regierungsbezirk Magdeburg, bearb. v. Uwe Bednarz, Folkhard Cremer u.a., München-Berlin 2002, S. 852: um 1200.
3
Neben den hier genannten haben sich an der Süd-, Nord- und Ostwand noch weitere geringe Reste von Wandmalereien erhalten, die durch Udo Drott bei seinen Untersuchungen 2014 gefunden wurden. Sie weisen zusätzliche Schäden durch Kratzspuren auf, wie sie beim Aufrauen der Wand vor einem Übertünchen entstehen. Siehe dazu Drott, Udo: Dorfkirche Schwanefeld. Dokumentation der restauratorischen Befunderhebung, Gutachten, März 2015, S. 8-10, und Drott, Udo: Dorfkirche Schwanefeld. Innenraum, Ostwand. Fortsetzung der restauratorischen Befunderhebung, Gutachten, Dezember 2019, S. 5-10. Beide Gutachten wurden freundlichst zur Verfügung gestellt durch Dipl.-Rest. Udo Drott.
4
Trotz der größeren Nähe der Wächter zum Betrachter sind diese entsprechend der Bedeutungsperspektive kleiner wiedergegeben als der Auferstandene und auch der Engel.
5
Der von Udo Drott rekonstruierte Palmettenfries erinnert an die untere Bordüre des berühmten geknüpften Quedlinburger Bildteppichs (Stiftskirche Quedlinburg, Fragment V, gestiftet unter Äbtissin Agnes von Meissen (1184-1203)). Siehe dazu Drott, Udo: Dorfkirche Schwanefeld. Innenraum, Ostwand. Fortsetzung der restauratorischen Befunderhebung, Gutachten, Dezember 2019, S. 8f. Das Gutachten wurden freundlichst zur Verfügung gestellt durch Dipl.-Rest. Udo Drott.
6
Weitere Malereifragmente konnten auch im nördlichen Bereich der Ostwand aufgedeckt werden, die allerdings nicht mehr als Darstellungen zu identifizieren waren.
7
Die erhöhte rechte Schulter könnte dafür sprechen, dass der Dargestellte seinen rechten Arm erhoben hatte, um in Blickrichtung zu zeigen. Neben einem der heiligen drei Könige wäre auch die Abbildung eines Bischofs denkbar, da die Kopfbedeckung an eine flache Mitra erinnert.
8
Eventuell lässt sich unter der wohl rein ornamentalen Kugel ein kleines Zelt erkennen, was für eine Rast der Könige sprechen könnte.
9
Vergleiche auch eine entsprechende plastische Gestaltung von Nimben, Brokatstoffmustern u.a. in der spätgotischen Tafelmalerei. Die plastischen Partien werden dabei überwiegend mit Vergoldung versehen. Wandmalereibeispiele finden sich z.B. am Westlettner des Naumburger Doms (um 1250), in der Kirche von Gleina bei Zeitz (1200-1250) oder auch an der Liebfrauenkirche in Halberstadt (Tympana u.a., 2. Viertel 13. Jh.). Eine Variante dazu bilden die in den Stein gemeißelten Vertiefungen von Nimben am Wormser Dom, so z.B. am Christophorus (um 1181).
10
Zum Vergleich seien hier der Albani-Psalter (um 1130) und das Evangeliar Heinrichs des Löwen (um 1188) für die Buchmalerei genannt. In der Tafelmalerei findet sich ähnliches auch am Altenberger Altar (um 1330), am Augustineraltar in Erfurt (Mitte des 14. Jh.), aber auch noch auf einem obersächsisch-thüringischen Flügelaltar (Predella, um 1510/20) im Berliner Bodemuseum.
11
Der Darstellung nahe kommt der Meister von Hohenfurth (Hohenfurther Zyklus, um 1350, Nationalgalerie Prag) oder auch der um 1480 entstandene Kupferstich von Martin Schongauer (Washington, National Gallery of Arts, Nr. 45999), wobei dort aber die Soldaten gänzlich anders gestaltet sind. Näher ist hier die Auferstehung im Graduale d´Aliénor (1250er Jahre) oder im Maastrichter Stundenbuch (1. Viertel 14. Jh.). In Kettenhemden gekleidet, variieren die Helme in Gestalt von Nasalhelmen und Hirnhauben. Auch die Langschwerter und die charakteristischen Dreieckschilde sind dabei ein Beleg für die Datierung.
12
Drott, Udo: Dorfkirche Schwanefeld. Dokumentation der restauratorischen Befunderhebung, Gutachten, März 2015, S. 6ff. und Drott, Udo: Dorfkirche Schwanefeld. Innenraum, Ostwand. Fortsetzung der restauratorischen Befunderhebung, Gutachten, Dezember 2019, S. 4ff. Beide Gutachten wurden freundlichst zur Verfügung gestellt durch Dipl.-Rest. Udo Drott.
13
Drott, Udo: Dorfkirche Schwanefeld. Innenraum, Ostwand. Fortsetzung der restauratorischen Befunderhebung, Gutachten Dezember 2019, S. 10f.
14
Drott, Udo: Dorfkirche Schwanefeld. Dokumentation der restauratorischen Befunderhebung, Gutachten, März 2015.
15
Drott, Udo: Dorfkirche Schwanefeld. Innenraum, Ostwand. Fortsetzung der restauratorischen Befunderhebung, Gutachten, Dezember 2019.

Wolmirstedt

Schlosskapelle

1

Bergner, Heinrich: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler der Provinz Sachsen und angrenzender Gebiete; Band 30: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Kreises Wolmirstedt, Halle (Saale) 1911. Dehio, Georg: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler. Sachsen-Anhalt I Regierungsbezirk Magdeburg; bearbeitet von Ute Bednarz/Folkhard, Cremer, Berlin 2002, S. 1022-1023. Mock, Markus Leo

Die Schlosskapelle in Wolmirstedt. Ein erzbischöflicher Repräsentationsbau an der Grenze zu Kurbrandenburg; in: Kontinuität und Zäsur. Ernst von Wettin und Albrecht von Brandenburg, Schriftenreihe der Stiftung Moritzburg, Kunstmuseum des Landes Sachsen-Anhalt, Band 1: Vorträge der I. Moritzburg-Tagung vom 23. bis 25. Mai 2003, Andreas Tacke (Hrsg.), Göttingen 2005, S. 119–142. Quast, Ferdinand von: Archäologische Reiseberichte: Wolmirstedt; in: Zeitschrift für christliche Archäologie und Kunst 1, Leipzig 1856, S. 165ff., 213ff., 249ff.

2
Alexander Ferdinand Wilhelm Robert von Quast (1807-1877), deutscher Architekt, Kunsthistoriker und ab 1843 erster preußischer Staatskonservator.
3
Vergleiche Dehio, Georg: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler. Sachsen-Anhalt I Regierungsbezirk Magdeburg; bearbeitet von Ute Bednarz/Folkhard, Cremer, Berlin 2002, S. 1022; Quast, Ferdinand von: Archäologische Reiseberichte: Wolmirstedt; in: Zeitschrift für christliche Archäologie und Kunst 1, Leipzig 1856, S. 165ff., 213ff., 249ff.; Bergner, Heinrich: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler der Provinz Sachsen und angrenzender Gebiete; Band 30: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Kreises Wolmirstedt, Halle (Saale) 1911, S. 233; Mock, Markus Leo: Die Schlosskapelle in Wolmirstedt. Ein erzbischöflicher Repräsentationsbau an der Grenze zu Kurbrandenburg; in: Kontinuität und Zäsur. Ernst von Wettin und Albrecht von Brandenburg, Schriftenreihe der Stiftung Moritzburg, Kunstmuseum des Landes Sachsen-Anhalt, Band 1: Vorträge der I. Moritzburg-Tagung vom 23. bis 25. Mai 2003, Andreas Tacke (Hrsg.), Göttingen 2005, S. 119-142.
4
Vergleiche Mock, Markus Leo: Kunst unter Erzbischof Ernst von Magdeburg, Berlin 2007, S. 115: Entstehung der Malerei ab 1480; Vergleiche Pilz, Anette: Die Wolmirstedter Schlosskapelle, Museumsbroschüre ohne Seitenzählung, Wolmirstedt ohne Jahr (2004), mit Angaben aus der Diplomarbeit Romanowski: Entstehung der Malerei um 1500. Romanowski, Anja: Aus Fragmenten lesen. Darstellungen und Maltechnik der Wandmalereien in der Schlosskapelle zu Wolmirstedt, (Die Bischofsresidenz Burg Ziesar und ihre Kapelle. Dokumentation der Wandmalereien im Kontext der spätmittelalterlichen Kunst- und Kulturgeschichte der Mark Brandenburg und angrenzender Regionen, hg. von Clemens Bergstedt u. a., Berlin / Brandenburg 2009, S. 244: Zwischen 1480 und 1516.
5
Pilz, Anette: Die Wolmirstedter Schlosskapelle, Museumsbroschüre ohne Seitenzählung, Wolmirstedt ohne Jahr (2004), mit Angaben aus der Diplomarbeit Romanowski. Nach Quast, Ferdinand von: Archäologische Reiseberichte: Wolmirstedt; in: Zeitschrift für christliche Archäologie und Kunst 1, Leipzig 1856, S. 263: waren „die Zeichen der Evangelisten auf Goldgrund noch in Spuren von Wandmalerei vorhanden“. Siehe auch Romanowski, Anja: Aus Fragmenten lesen. Darstellungen und Maltechnik der Wandmalereien in der Schlosskapelle zu Wolmirstedt; in: Die Bischofsresidenz Burg Ziesar und ihre Kapelle. Dokumentation der Wandmalereien im Kontext der spätmittelalterlichen Kunst- und Kulturgeschichte der Mark Brandenburg und angrenzender Regionen, Bergstedt, Clemens; Heimann, Heinz-Dieter; Krohm, Hartmut; Sitte, Wilfried (Hrsg.), Berlin/Brandenburg 2009, S. 234: Demnach sind heute keine Spuren mehr erhalten.
6
Siehe dazu Romanowski, Anja: Aus Fragmenten lesen. Darstellungen und Maltechnik der Wandmalereien in der Schlosskapelle zu Wolmirstedt; in: Die Bischofsresidenz Burg Ziesar und ihre Kapelle. Dokumentation der Wandmalereien im Kontext der spätmittelalterlichen Kunst- und Kulturgeschichte der Mark Brandenburg und angrenzender Regionen, Bergstedt, Clemens; Heimann, Heinz-Dieter; Krohm, Hartmut; Sitte, Wilfried (Hrsg.), Berlin/Brandenburg 2009, S. 233f. Romanowski bietet dort auch einen bildlichen Rekonstruktionsversuch. Im östlichen Teil der Kapelle ließ sich diese Architekturfarbigkeit allerdings erst ab Höhe des Laufganges nachweisen.
7
Siehe auch Romanowski, Anja: Aus Fragmenten lesen. Darstellungen und Maltechnik der Wandmalereien in der Schlosskapelle zu Wolmirstedt; in: Die Bischofsresidenz Burg Ziesar und ihre Kapelle. Dokumentation der Wandmalereien im Kontext der spätmittelalterlichen Kunst- und Kulturgeschichte der Mark Brandenburg und angrenzender Regionen, Bergstedt, Clemens; Heimann, Heinz-Dieter; Krohm, Hartmut; Sitte, Wilfried (Hrsg.), Berlin/Brandenburg 2009, S. 226-245.
8

Zu allen Wandmalereien: Siehe Pilz, Anette: Die Wolmirstedter Schlosskapelle, Museumsbroschüre ohne Seitenzahl, Wolmirstedt ohne Jahr (2004), mit Angaben aus Romanowski, Anja: Die Schlosskapelle zu Wolmirstedt. Untersuchung, Dokumentation und Konservierung der spätgotischen Wandmalereien; Diplomarbeit 2004 an der Hochschule für Bildende Künste Dresden, Studiengang Kunsttechnologie, Konservierung und Restaurierung von Kunst- und Kulturgut, Fachklasse Wandmalerei und Architekturfarbigkeit, freundlichst zur Verfügung gestellt durch Dipl.-Rest. Anja Romanowski, Dresden 2004, S. 11, 18, 82-92 und 93-98, außerdem zu einzelnen Darstellungen die Fotoblätter 2-31 im Anhang der Arbeit mit Umzeichnungen. Zu Weihekreuzen: Ebenfalls S. 92 und 98.

Da einige Szenen zur Passion Christi gehören, wäre deren thematischer Beginn in der östlichen Nische der Nordwand, gefolgt von der Eingangswandseite anzunehmen. Siehe dazu Romanowski, Anja: Aus Fragmenten lesen. Darstellungen und Maltechnik der Wandmalereien in der Schlosskapelle zu Wolmirstedt; in: Die Bischofsresidenz Burg Ziesar und ihre Kapelle. Dokumentation der Wandmalereien im Kontext der spätmittelalterlichen Kunst- und Kulturgeschichte der Mark Brandenburg und angrenzender Regionen, Bergstedt, Clemens; Heimann, Heinz-Dieter; Krohm, Hartmut; Sitte, Wilfried (Hrsg.), Berlin/Brandenburg 2009, S. 240: Sie nimmt an, dass auch die heute fehlende Kreuzigungsdarstellung ehemals vorhanden gewesen sein dürfte.

9
Siehe Romanowski, Anja: Aus Fragmenten lesen. Darstellungen und Maltechnik der Wandmalereien in der Schlosskapelle zu Wolmirstedt; in: Die Bischofsresidenz Burg Ziesar und ihre Kapelle. Dokumentation der Wandmalereien im Kontext der spätmittelalterlichen Kunst- und Kulturgeschichte der Mark Brandenburg und angrenzender Regionen, Bergstedt, Clemens; Heimann, Heinz-Dieter; Krohm, Hartmut; Sitte, Wilfried (Hrsg.), Berlin/Brandenburg 2009, S. 238-240: Während die drei östlichen Figuren jeweils stehend wiedergegeben werden, kniet die vierte Figur vor Christus. Es könnte sich hier um das Passionsmotiv der Verspottung Christi oder die Dornenkrönung Christi handeln. Wenn auch die im Mittelpunkt erhaltenen senkrechten Linien möglicherweise auf ein Kreuz hindeuten, lässt sich dieses nicht sicher feststellen. Auch die Darstellung der Gefangennahme Christi wäre hier möglich, da die Figur am rechten Bildrand auch als Andachtsbild eines Christus in der Rast gedeutet werden kann. Vgl. hierzu auch Romanowski, Anja: Die Schlosskapelle zu Wolmirstedt. Untersuchung, Dokumentation und Konservierung der spätgotischen Wandmalereien; Diplomarbeit 2004 an der Hochschule für Bildende Künste Dresden, Studiengang Kunsttechnologie, Konservierung und Restaurierung von Kunst- und Kulturgut, Fachklasse Wandmalerei und Architekturfarbigkeit, freundlichst zur Verfügung gestellt durch Dipl.-Rest. Anja Romanowski, Dresden 2004, S. 96.
10
Zur Auferstehung Christi siehe Romanowski, Anja: Aus Fragmenten lesen. Darstellungen und Maltechnik der Wandmalereien in der Schlosskapelle zu Wolmirstedt; in: Die Bischofsresidenz Burg Ziesar und ihre Kapelle. Dokumentation der Wandmalereien im Kontext der spätmittelalterlichen Kunst- und Kulturgeschichte der Mark Brandenburg und angrenzender Regionen, Bergstedt, Clemens; Heimann, Heinz-Dieter; Krohm, Hartmut; Sitte, Wilfried (Hrsg.), Berlin/Brandenburg 2009, S. 240: Anscheinend hält der oder die Heilige einen eckigen Gegenstand in der linken Hand, eventuell eine kleine Laterne oder ein Buch.
11
So auch beschrieben von Quast, Ferdinand von: Archäologische Reiseberichte: Wolmirstedt; in: Zeitschrift für christliche Archäologie und Kunst 1, Leipzig 1856, S. 263. Eine ausführlichere Beschreibung findet sich des Weiteren bei Romanowski, Anja: Aus Fragmenten lesen. Darstellungen und Maltechnik der Wandmalereien in der Schlosskapelle zu Wolmirstedt; in: Die Bischofsresidenz Burg Ziesar und ihre Kapelle. Dokumentation der Wandmalereien im Kontext der spätmittelalterlichen Kunst- und Kulturgeschichte der Mark Brandenburg und angrenzender Regionen, Bergstedt, Clemens; Heimann, Heinz-Dieter; Krohm, Hartmut; Sitte, Wilfried (Hrsg.), Berlin/Brandenburg 2009, S. 236f.
12
Quast, Ferdinand von: Archäologische Reiseberichte: Wolmirstedt; in: Zeitschrift für christliche Archäologie und Kunst 1, Leipzig 1856, S. 263. Zur genaueren Beschreibung siehe auch Romanowski, Anja: Aus Fragmenten lesen. Darstellungen und Maltechnik der Wandmalereien in der Schlosskapelle zu Wolmirstedt; in: Die Bischofsresidenz Burg Ziesar und ihre Kapelle. Dokumentation der Wandmalereien im Kontext der spätmittelalterlichen Kunst- und Kulturgeschichte der Mark Brandenburg und angrenzender Regionen, Bergstedt, Clemens; Heimann, Heinz-Dieter; Krohm, Hartmut; Sitte, Wilfried (Hrsg.), Berlin/Brandenburg 2009, S. 237f.: Die realistischer gestalteten Ranken enthalten vermutlich Rosenblüten, wie Romanowski zu erkennen glaubt.
13
Romanowski, Anja: Die Schlosskapelle zu Wolmirstedt. Untersuchung, Dokumentation und Konservierung der spätgotischen Wandmalereien; Diplomarbeit 2004 an der Hochschule für Bildende Künste Dresden, Studiengang Kunsttechnologie, Konservierung und Restaurierung von Kunst- und Kulturgut, Fachklasse Wandmalerei und Architekturfarbigkeit, freundlichst zur Verfügung gestellt durch Dipl.-Rest. Anja Romanowski, Dresden 2004, S. 86 und 93; Hingegen auszuschließen sind die von Quast, Ferdinand von: Archäologische Reiseberichte: Wolmirstedt; in: Zeitschrift für christliche Archäologie und Kunst 1, Leipzig 1856, S. 263, angenommene Kreuzigungsdarstellung und der bei Bergner, Heinrich: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler der Provinz Sachsen und angrenzender Gebiete; Band 30: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Kreises Wolmirstedt, Halle (Saale) 1911, S 125, genannte kniende Ritter. Siehe auch Romanowski, Anja: Aus Fragmenten lesen. Darstellungen und Maltechnik der Wandmalereien in der Schlosskapelle zu Wolmirstedt; in: Die Bischofsresidenz Burg Ziesar und ihre Kapelle. Dokumentation der Wandmalereien im Kontext der spätmittelalterlichen Kunst- und Kulturgeschichte der Mark Brandenburg und angrenzender Regionen, Bergstedt, Clemens; Heimann, Heinz-Dieter; Krohm, Hartmut; Sitte, Wilfried (Hrsg.), Berlin/Brandenburg 2009, S. 238.
14
Eine genauere Beschreibung siehe Romanowski, Anja: Aus Fragmenten lesen. Darstellungen und Maltechnik der Wandmalereien in der Schlosskapelle zu Wolmirstedt; in: Die Bischofsresidenz Burg Ziesar und ihre Kapelle. Dokumentation der Wandmalereien im Kontext der spätmittelalterlichen Kunst- und Kulturgeschichte der Mark Brandenburg und angrenzender Regionen, Bergstedt, Clemens; Heimann, Heinz-Dieter; Krohm, Hartmut; Sitte, Wilfried (Hrsg.), Berlin/Brandenburg 2009, S. 238.
15
Eine gewisse Ähnlichkeit besteht mit der floralen Gestaltung der Gewölbeflächen in der Südkapelle der Nikolaikirche in Jüterbog.
16
Eine gewisse Ähnlichkeit findet sich nur in den als Wurzel Jesse erweiterten Ranken mit Fantasieblüten in einer Seitennische der Ziesarer Burgkapelle. Vergleiche hierzu auch die kunsthistorische Einordnung zur Ernstkapelle des Magdeburger Doms.
17
Da einige Szenen zur Passion Christi gehören, wäre deren thematischer Beginn in der östlichen Nische der Nordwand, gefolgt von der Eingangswandseite anzunehmen. Siehe dazu Romanowski, Anja: Aus Fragmenten lesen. Darstellungen und Maltechnik der Wandmalereien in der Schlosskapelle zu Wolmirstedt; in: Die Bischofsresidenz Burg Ziesar und ihre Kapelle. Dokumentation der Wandmalereien im Kontext der spätmittelalterlichen Kunst- und Kulturgeschichte der Mark Brandenburg und angrenzender Regionen, Bergstedt, Clemens; Heimann, Heinz-Dieter; Krohm, Hartmut; Sitte, Wilfried (Hrsg.), Berlin/Brandenburg 2009, S. 240: Sie nimmt an, dass auch die heute fehlende Kreuzigungsdarstellung ehemals vorhanden gewesen sein dürfte.
18
Siehe Israhel von Meckenem der Jüngere (um 1440/45 bis 1503) und Meister TF in einer Grafik des National Museum of Arts in Washington. Die Fantasieblüten, bisweilen als Granatapfelblüten gedeutet, finden sich im ganzen 15. Jh. und reichsweit verbreitet, wie es auch am Schwabacher Altar des Nürnbergers Michael Wolgemut und seiner Werkstatt (1506/08) belegt ist. Daneben finden sich diese Blüten mit mehr oder weniger fleischlichen Blattranken auch als Randmotive in der zeitgenössischen Buchmalerei (z.B. Très riches heures du duc de Berry, Brüder Limburg, 1412-16 und 1485-89, Chantilly, Musée Condé).
19
Die nachstehend dargestellten Erkenntnisse basieren auf den wissenschaftlichen Forschungen von Anja Romanowski im Zuge ihrer Diplomarbeit an der Hochschule für Bildende Künste Dresden 2004 sowie der im Vorfeld der nachfolgend genannten Publikation von 2009 gewonnenen Erkenntnisse im Zuge der Dokumentation, Untersuchung und Konservierung der mittelalterlichen Wandmalereien. Siehe hierzu Romanowski, Anja: Die Schlosskapelle zu Wolmirstedt. Untersuchung, Dokumentation und Konservierung der spätgotischen Wandmalereien; Diplomarbeit 2004 an der Hochschule für Bildende Künste Dresden, Studiengang Kunsttechnologie, Konservierung und Restaurierung von Kunst- und Kulturgut, Fachklasse Wandmalerei und Architekturfarbigkeit, freundlichst zur Verfügung gestellt durch Dipl.-Rest. Anja Romanowski, Dresden 2004 und Romanowski, Anja: Aus Fragmenten lesen. Darstellungen und Maltechnik der Wandmalereien in der Schlosskapelle zu Wolmirstedt; in: Die Bischofsresidenz Burg Ziesar und ihre Kapelle. Dokumentation der Wandmalereien im Kontext der spätmittelalterlichen Kunst- und Kulturgeschichte der Mark Brandenburg und angrenzender Regionen, Bergstedt, Clemens; Heimann, Heinz-Dieter; Krohm, Hartmut; Sitte, Wilfried (Hrsg.) Berlin/Brandenburg 2009, S. 226-245.
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Siehe Anm. 19: Romanowski 2009, S. 232f. sowie Romanowski 2004, S. S. 81 und Mörtelanalysen auf S. 177: Zahlreiche große Kalkspatzen sprechen demnach für die Verwendung eines trockengelöschten Kalkmörtels. Romanowski erstellte im Zuge der Diplomarbeit zudem eine Rekonstruktionsgrafik zur Architekturfarbigkeit des Schlosskircheninnenraums in der spätmittelalterlichen Zeitphase, die auch in der vorgenannten Publikation von 2009 abgebildet wurde. Siehe ebenda, S. 233.
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Siehe Anm. 19: Romanowski 2009, S. 241f.: Die Gründe für eine Ausführung dieser mit Eisenoxidrot pigmentierten Grundierung werden sowohl in der Publikation 2009, als auch in der 2004 an der Hochschule für Bildende Künste erstellten Diplomarbeit ausführlich diskutiert. Die Verwendung im Sinne einer Veneda oder eines Bolus wird aufgrund der flächigen Ausführung und fehlender Hinweise auf Vergoldungen ausgeschlossen. Die Regulierung der Saugfähigkeit des Untergrundes durch eine gemäß Materialeigenschaften und Schadensbilder vermutlich organisch gebundenen Imprimitur erscheint demnach wahrscheinlicher.
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Siehe Anm. 19: Romanowski 2009, S. 241f.: Romanowski konnte keine Hinweise auf Übertragungshilfen nachweisen. Als einzige deutliche Abweichung von der formvorgebenden Unterzeichnung wird das linke Bein des Hl. Mauritius genannt.
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Siehe Anm. 19: Romanowski 2009, S. 242.
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Siehe Anm. 19: Romanowski 2009, S. 242f.
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Siehe hierzu detailliert Romanowski, Anja: Die Schlosskapelle zu Wolmirstedt. Untersuchung, Dokumentation und Konservierung der spätgotischen Wandmalereien; Diplomarbeit 2004 an der Hochschule für Bildende Künste Dresden, Studiengang Kunsttechnologie, Konservierung und Restaurierung von Kunst- und Kulturgut, Fachklasse Wandmalerei und Architekturfarbigkeit, Dresden 2004.
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Siehe Romanowski, Anja: Die Schlosskapelle zu Wolmirstedt. Untersuchung, Dokumentation und Konservierung der spätgotischen Wandmalereien; Diplomarbeit 2004 an der Hochschule für Bildende Künste Dresden, Studiengang Kunsttechnologie, Konservierung und Restaurierung von Kunst- und Kulturgut, Fachklasse Wandmalerei und Architekturfarbigkeit, Referent: Prof. Heinz Leitner, Koreferent: Prof. Dr. Wolfgang Röther, Dresden 2004, S. 14 nach Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz, Signatur: I. HA Rep. 89 Nr. 2080, 8: Acta des Königl: Civil-Kabinets, 1tr Abthl: betr. Die Alterthümer in der Provinz Sachsen. Vol. I von 1834-1859.
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Siehe Romanowski, Anja: Aus Fragmenten lesen. Darstellungen und Maltechnik der Wandmalereien in der Schlosskapelle zu Wolmirstedt; in: Die Bischofsresidenz Burg Ziesar und ihre Kapelle. Dokumentation der Wandmalereien im Kontext der spätmittelalterlichen Kunst- und Kulturgeschichte der Mark Brandenburg und angrenzender Regionen, Bergstedt, Clemens; Heimann, Heinz-Dieter; Krohm, Hartmut; Sitte, Wilfried (Hrsg.) Berlin/Brandenburg 2009, S. 235: Romanowski ordnet die Freilegung zwischen einer ersten Erwähnung zur Planung einer derartigen Maßnahme 1845 gemäß eines Schreibens der Ober-Bau-Deputation und den Schilderungen Ferdinand von Quasts in seinen Archäologischen Reiseberichten 1856 ein. Vergleiche hierzu die von Romanowski angegebenen Quellen: Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz, Signatur: I, HA Rep. 89 Nr. 20808, Bl. 99r und Quast, Ferdinand von; Otte, Heinrich (Hrsg.): Zeitschrift für christliche Archäologie und Kunst, zweiter Band, Leipzig 1856, S. 260-266.
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Gramann, Christoph; Schwieger, Olaf: Bericht zu den Notsicherungsmaßnahmen an den Wandmalereien im Innenraum der Schloßkapelle Wolmirstedt, Restauratorischer Arbeitsbericht, archiviert im Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Sig. RE5275, Potsdam 2002: Genannt werden Sicherungsbeklebungen mit Japanpapier, Hinterfüllung von Hohlstellen und Anböschungen im Bereich der Fugen.
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Romanowski, Anja: Die Schlosskapelle zu Wolmirstedt. Untersuchung, Dokumentation und Konservierung der spätgotischen Wandmalereien; Diplomarbeit 2004 an der Hochschule für Bildende Künste Dresden, Studiengang Kunsttechnologie, Konservierung und Restaurierung von Kunst- und Kulturgut, Fachklasse Wandmalerei und Architekturfarbigkeit, Referent: Prof. Heinz Leitner, Koreferent: Prof. Dr. Wolfgang Röther, archiviert im Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Sig. RE7201I-IV, Dresden 2004.
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Romanowski, Anja: Notsicherung der spätgotischen Wandmalereien und des originalen Bestandes der zwei westlichen Joche, Maßnahmenbericht, archiviert im Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Sig. 6599, Dresden 2005.
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Romanowski, Anja: Restauratorische Befunduntersuchung an der Außenfassade. Bericht über den historischen Bestand, dessen Schäden und notwendige konservatorische Maßnahmen, archiviert im Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Sig. 7041, Dresden 2006.